Von Reitern für Reiter

Elmenhorst, 25.03.2018 / Stil L-Gelände

… war das Motto des Veranstalters in Elmenhorst. Und das merkte man als Reiter. Ein wirklich schönes Turnier, durchdacht, toll gebaut und mit Sinn und Verstand durchgeführt.

Mit Alani war es der Start in die Saison 2018 – und das alles ein bisschen kurz vor knapp, denn wir hatten bis kurz vorher kaum daran geglaubt, überhaupt losfahren zu können. Durch den langen Frost (und damit auch gefrorenen Boden) konnte ich noch garnicht richtig galoppieren gehen, geschweige denn die ersten Geländesprünge machen. Allerdings zeigte Alani seine Topform bereits in Negernbötel beim Lehrgang mit Frank Ostholt.

Um Alani aber wenigstens noch eine Chance auf Sprünge draußen zu geben, bin ich am Mittwoch zuvor zum Training nach Elmenhorst gefahren. Er braucht zwar eigentlich nicht mehr die Strecken vorher sehen, aber ich brauchte wenigstens einmal das Gefühl von „Gelände-Galopp“, Graben und Bergauf-Bergab-Elementen. Das ist ja das, was man den ganzen Winter nicht trainieren konnte. Aber Alani – ihr habt es vielleicht auf Facebook oder Instagram gesehen, war voller Freude, voller Kraft und vor allem voller Motivation für die Sache und machte lässig seinen Job.

Daher hatte ich ein gutes Gefühl fürs Turnier. Glücklicherweise hielt das Wetter, sodass der Boden nicht noch mehr Wasser abbekam und wir keinen neuen Schnee, sodass wir dann am Sonntag losfahren konnten! Die Startlisten waren pünktlich Donnerstag abend nach dem Abhaken online und ich war 5. Starter. Dank der Zeitumstellung wurde es also wirklich früh (die Prüfung sollte um 08:00 starten)…

Aber sie hatten Erbarmen mit den Reitern – und starteten erst um 09:00. Das war immernoch früh, aber noch im machbaren Bereich. Nach dem Training am Mittwoch war ich aber auch wieder angefixt aufs Gelände. Und das erste Turnier erst Ende März hatte ich auch noch nie. Gepackt, fertig eingeflochten, los – waren wir gegen 8.00 auf dem Turnierplatz. Abgehen musste ich nicht mehr, weil ich Samstag nachmittag noch einmal zum Abgehen gefahren war (das wollte ich nicht mitten in der Nacht machen, sondern lieber entspannt).

Die Turnierstimmung ist doch was Besonderes! Es lag eine Spannung in der Luft, für die meisten war es das erste Turnier nach dem (langen) Winter und alle freuten sich. Alani war kribbelig, aber ich merkte, wie erwachsen er geworden ist, wie genau er weiß, was los ist. Er ist wirklich ein sehr übersichtlicher Typ, er dreht nicht durch, er kennt seine Aufgabe.

Die Strecke war super schön aufgebaut. Elmenhorst hat keinen unbegrenzten Platz, das ganze Gelände ist quasi auf zwei großen Koppeln angelegt. Aber statt einen kringeligen Kurs zu bauen (was einige sicher geschafft hätten), konnte man immer wieder galoppieren und die ersten 3-4 Sprünge gingen erstmal nach vorne und waren gut zum Reinkommen in die Strecke. Danach wurde es etwas technischer mit Aufsprung, Wasser und Kombinationen. Aber auch das Wasser war super angelegt für den Saisonstart: Man hatte erst einen Sprung davor – durchreiten – einen Sprung danach und kurz vor Schluss kam dann noch eine Kombination mit direktem Einsprung ins Wasser.

Der Boden aufm Abreiteplatz hatte etwas gelitten vom Samstag (Stil A mit ca. 70 Teilnehmern), aber Sven & Nele hatten schon alles getan mit Walzen, Schleppen, Fahren… daher ritt ich auf einer anderen Koppel warm mit Trab/Galopp und machte nur ein paar Sprünge zum Warm werden. Alani braucht eigentlich ein bisschen, weil er sich nicht gleich fallen lässt überm Sprung, aber es ging super. Durch die Stilnoten hatte man auch mehr Zeit als erwartet.. dann gings aber endlich los.

Ich war echt aufgeregt 😀 So lustig, nach dem Winter ist alles neu – kurz vorm Start mit klopfendem Herzen. Aber ich kann mich auf meinen Alani ja verlassen, daher – 3,2,1 LOS. Durch die Startlinie zu kommen, war vermutlich das komplizierteste an dem Tag. Danach gings zu 1,2 – wir flogen nur so dahin. Zu 3 wurde es zwar ein bisschen dicht, aber gerade beim Graben lass ich ihn die Distanz selbst bestimmen. 4 war ein Oxer (direkt vor den Richtern), auch das ging problemlos – Wendung zu 5, wurde ganz schön weit, aber Alani hat damit ja kein Problem, Zack auf den Aufsprung (6) und recht schnell danach eine Bürste und ins Wasser. Er trabte kurz, aber ich galoppierte gleich wieder an und dann kam die 8, eine Kiste und ein bisschen galoppieren zu 9 in der Ecke. Großer Bogen auf die 10abc – ich kam etwas doof rein, musste drinnen dann weiterreiten, dadurch wurde es etwas weit und ich nahm die Innenbahn zu C. Aber keine einzige Unsicherheit. Zu 11 war wieder ein bisschen Strecke, sodass ich ihn laufen lassen konnte. 11 und 12 war dann das Coffin, wobei man sagen muss, dass unten kein Graben im Coffin war, sondern nur eine Senke zum Durchreiten – kein Problem für Alani, dann wieder Fahrt aufnehmen, zu 13, dem Dach und 14ab – das zweite Mal Wasser. Eine Kombi, die etwas weit war, aber wenn man vorne gut reinkam war es kein Problem. So auch heute für Alani – durchs Wasser und dann waren es nur noch 2 Sprünge. 15, eine kleine Hecke und 16, der Holstein Sprung ins Ziel. Ich hatte zwischenzeitlich gut zu tun mit Alani, dass er nicht übers Tempo lief, denn bei dem Stil Gelände war 450m/min angesetzt, was für Alani eher „ruhig“ ist (im Vergleich: Bei CIC* muss er 520m/min laufen). Da aber einige vor mir schon Zeitfehler hatten, wollte ich das Risiko auch nicht eingehen und beschloss einen Mittelweg: schon Rythmus zu reiten, um auch ein gleichmäßiges Tempo hinzukriegen, aber zwischendurch immer wieder aufnehmen.

Der Plan ging auf! Ohne Zeitfehler, aber nicht völlig überpest kam ich ins Ziel! Und war mega happy! Tolle Runde, tolles Gefühl – Alani bekam erstmal ganz viel Lob. Und dann sagte der Sprecher:

Na, du siehst ja zufrieden aus! Das kannst du auch sein mit dem tollen Ritt. Du hast super Sport gezeigt – 8,0!!

What? Echt? Hammer krass. Ich muss gestehen, ich bin ohne Erwartung zu dem Turnier gefahren (naja, bisschen Erwartung hat man wohl doch immer), weil Alani nicht unbedingt immer so der Stil-König ist. Vor allem im Gelände. Mit dem langen Hals und dann ist er oft im Galopp ein bisschen bergab, da hab ich schon deutlich andere Noten bekommen. Aber heute hats sollen sein!! Ich wurde für die harte Arbeit im Winter belohnt!

Undzwar in doppelter Hinsicht. Nicht nur mit einer mega Stilnote, sondern damit auch mit dem zweiten Platz!!

Danke Ute Goedecke für die schönen Fotos!! Da sieht man wohl, wie viel Spaß wir hatten <3

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