Abgerechnet wird am Schluss

Sahrendorf!

Nach einer recht langen „Turnierpause“ für Alani – fast 5 Wochen – ging es gestern endlich wieder los! Seit Strzegom hat Alani erst ein bisschen relaxt und dann wieder fleißig trainiert 🙂Eigentlich ging es schon am Freitag irgendwie los, denn fürs Abgehen sind wir nach Sahrendorf gefahren – die Strecke war schon ab mittags frei und ich wollte mir nicht entgehen lassen, dass ich mehrmals abgehen kann und auch eine Nacht drüber schlafen kann. Freitags nachmittags durch den Elbtunnel zu fahren, ist natürlich eine prima Idee. Wir standen dann erstmal ne Stunde im Stau, sind aber irgendwie noch ganz gut angekommen. Der Turnierplatz war schon ganz gut bevölkert, weil die Geländepferdeprüfungen gerade durch waren. Die Meldestelle war auch noch offen und so konnte ich schon meine Startzeit erfahren – 10:36. Außerdem gab es noch eine coole Neuigkeit: Sie hatten die Abteilungen nochmal anders aufgeteilt und die erste Abteilung ging dann bis 250 Ranglistenpunkte. Dadurch rutschte ich von der zweiten in die erste Abteilung. Das freute mich aus zwei Gründen: Zum einen war der Tag dann für Alani und uns deutlich kürzer, da das Gelände der ersten Abteilung als erstes startete. Und zum anderen musste ich zum ersten Mal dieses Jahr nicht gegen die ganzen Profis reiten 😀

Dann war Gelände Abgehen dran: Die Strecke war verhältnismäßig kurz mit ca. 2.500m (zum Vergleich: In Strzegom hatten wir ca. 3.100m). Aber das Hoch und Runter hatte es trotzdem in sich. Aber insgesamt war das Gelände toll aufgebaut – mit viel Zeit zum Einlaufen, die ersten 6 Sprünge schön zum Fliegen und Weiterreiten. Die erste Aufgabe war 7, ein Trakehner in einer Senke. Und dann kam immer mal wieder schwierigere Sprünge, aber zwischendurch auch welche, bei denen man wieder durchatmen konnte und das ist viel wert!! Beim Heimfahren war ich also super gelaunt und hatte ein gutes Gefühl für Samstag.

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So denn – los ging es um 06:30 zuhause. Also doch früh 😀 Einflechten und Packen im Stall und als ich dann nochmal nach der Startliste guckte, (um die Kopfnummer vorzubereiten) hatten sie die Startzeiten nochmal verändert, ich war erst nach der Pause, d.h. 30min später und 11:12 Startzeit. Wir konnten uns also entspannen beim Fertigmachen. So waren wir auch recht pünktlich am Turnierplatz 🙂

Und dann ging die Achterbahnfahrt weiter. Abreiten für die Dressur war schon etwas semi. Irgendwie merkte ich, dass der Mitteltrab nicht funktionieren wollte. Und dann ab ins Viereck. Als erster nach der Pause ist es ja immer schwer abzuschätzen, wann man anfängt, ums Viereck zu reiten. Hat aber gut geklappt und nach 2 Runden ging es los. Mittellinie gut, dann kam der Mitteltrab und ZACK – Alani galoppierte voll los :((( AHH. Ich war echt sauer. Erster Eindruck schonmal verkackt und irgendwie hat es mich echt geärgert. Im Nachhinein betrachtet war mein Impuls wohl einfach zu doll. Zu viel gewollt. Naja, den Rest der Aufgabe hab ich dann noch gut hinbekommen – hab mich zusammengerissen – Viereck vergrößern war viel besser als die letzten Male. Nur beim ersten Galopp wollte er wieder Quatsch machen und da hab ich ihm einmal vermittelt, dass er sich jetzt auch zusammenreißen muss! Naja, und das letzte Halten war – wie so oft – unruhig. Da kann er einfach nicht gut stehen. Ich war echt ein bisschen neben der Spur danach. Ich hatte zwar noch kein Ergebnis, rechnete aber mit 60 Minuspunkten oder ähnlich. Und dass erst am Schluss abgerechnet wird, vergesse ich in so Momenten leider öfter ^^

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Der Vet-Check nach der Dressur lief einwandfrei. Und dann Fertigmachen zum Springen, bzw. Mama hat das Pferd mitgenommen und ich bin den Parcous abgegangen. Der hatte es in sich. Der Platz war immer schon schwer zu reiten – mit der Wellenbahn oben an der Seite – und dann noch relativ uneben. Die Oxer waren recht breit, aber das kannten wir ja nun schon 🙂 Ist eben Vielseitigkeit. Alani war beim Abspringen etwas schwierig, weil er mit dem Boden auf dem Abreiteplatz nicht so gut zurechtkam. Der war teils tiefer Sand, dann wieder ebenes Gras 😉 Aber wir haben dann einfach nicht soo viele Sprünge gemacht und es ging rein in den Parcours. Ich fand schnell einen super Rythmus und konnte gut weiter galoppieren, auch in den Distanzen. Alani hat sich sehr bemüht und trotz einigem Klappern blieb alles liegen. 0 Fehler !! Ich wusste, das bringt uns einige Plätze nach vorne :))

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Und so war es auch – als Alani wieder auf dem Anhänger war, konnten wir nach Ergebnissen gucken: -49,1 Minuspunkte in der Dressur war viel besser als erwartet! Und Platz 17 nach Dressur (ca. Mitte) und dann mal eben 10 Plätze nach vorne durch den Nuller im Springen !!! Echt richtig toll. Da hatte sich Alani ja wieder ins beste Licht gerückt und alles von morgens wieder gut gemacht :))

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Meine Startzeit im Gelände war 15:21 Uhr und so hatte ich noch etwas Zeit, um nochmal mit dem Rad abzufahren und meine Minutenpunkte auszumessen. Das war garnicht so leicht, denn nach meiner Messung waren das mal locker 2.700m, da sie auch einige neue Zäune von Freitag abend zu Samstag gezogen hatten und man so die wenigen Abkürzungen, die man hätte nehmen können, auch vergessen konnte. Angegeben waren an der Meldestelle für die CIC*-Geländestrecke 2.450m mit 4:46 min. So waren meine Minutenpunkte ja eigentlich alle etwas früh, denn mit 300m mehr auf dem Kurs musste man ordentlich Gas geben. Dann ging doch alles recht schnell und wir mussten fertigmachen. Pünktlich saß ich dann aufm Pferd und konnte noch gemütlich abreiten. Alani war schon aufgeregt und bockte beim Abgaloppieren ganz schön rum 😀 Haha, er weiß eben jetzt auch schon genau, was los ist 🙂

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Das Gelände war dann echt toll zu reiten. Ich guckte immer wieder auf die Uhr. Die Zeit war sehr knapp. Ich blieb nah an meinen Minutenpunkten, wollte aber auf jeden Fall sicher reiten und kein Risiko eingehen. Ich weiß ja mittlerweile genau, an welchen Sprüngen ich ihm einfach die Zeit geben muss, nochmal genau hinzuschauen und wo ich auch ausm Tempo weiterreiten kann. Das hab ich alles umsetzen können nach meinem Plan und kam dann mit 4:55 min ins Ziel. Erst war ich ganz kurz geknickt, weil ich wirklich gerne in die Zeit reiten wollte – auch als Vorbereitung für Bad Harzburg. Aber man kann sich einfach nicht ärgern, wenn man ein Pferd hat, das echt alles für einen tut, sich immer bemüht und so toll mitkämpft wie Alani. Wir haben auf den Galoppstrecken alles rausgeholt und er kam auch frisch und fit ins Ziel. Mit der Leistung kann ich mehr als zufrieden sein.

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Coolerweise reichte das für den 3.Platz !!! Ein Wahnsinn !! Es entschied sich letztlich echt viel über die Zeitfehler und ich hatte nur 3,6 Fehler bekommen, das war im Gelände Platz 4 von allen und somit schob mich das nochmal ein ganzes Stück nach vorne. Dritter Platz in einer CIC* und das im ersten Jahr, in dem ich überhaupt diesen Schwierigkeitsgrad reite <3 Wer hätte das gedacht?? Ich am Anfang des Jahres auf jeden Fall nicht 😀

Und das zeigt es mal wieder: Abgerechnet wird am Schluss. Klar ist eine gute Dressur wichtig – und am besten auch im ersten Viertel. Aber selbst, wenn es mal nicht so läuft wie geplant, ist es immer noch eine Vielseitigkeit, die aus 3 Prüfungen besteht. Und es müssen alle auch erstmal Springen und Gelände reiten und besser sein 😀

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