Tag 2 – Mehr Spannung ins Pferd

Springtraining XXL bei Tim Friebertshäuser in Hungen, 01.-04.03.18

Nachdem ich die ganze Vorgeschichte nun schon im ersten Beitrag der Reihe geschildert habe, geht es nun nur um den zweiten Tag.

Angefangen haben wir mit Alani. Meistens ist es ja einfacher, mit ihm zu starten, dann ist er nicht sauer, muss nicht warten und haut nicht ständig mit dem Bein gegen die Boxentür. Er will halt immer die Nummer 1 sein. Ich muss sagen, auch am zweiten Tag präsentierte er sich von seiner besten Seite.

Wie am ersten Tag ging es im Galopp erstmal über die Cavalettis. Mehr Verbindung, mehr führen, mehr Spannung! Nicht so alleine lassen und den Zügel quasi aufgeben, dazu dann noch lose im Sitz – und schon hat man ein Pferd, das eben auch nicht unter Spannung ist. Das verbesserten wir recht schnell und schon wurde der Galoppsprung besser – und damit auch die Übung.

Auf der rechten Hand ging es dann erstmal mit 5 Galoppsprüngen zur Planke und dem roten Steil (und nicht wie an Tag 1 mit 4) und dabei ging es auch darum, den letzten Galoppsprung durchzuhalten und nicht so halbgar. Sitzen bleiben, durchhalten und dabei die Verbindung erhalten. Danach ging es dann zum orangen Oxer mit Planke vorweg und zur Dreifachen. So weit so gut. Auf der Höhe kein Problem. Es wurde ein bisschen höher und in der Dreifachen kam ich nicht mehr so gut an am Ende. Der Galoppsprung vorm Oxer kam nicht nah genug ran, sodass der Oxer zum Weitsprung wurde. Tim erklärte mir dann, dass ich nicht zwischen den ersten beiden Sprüngen drücken darf, weil er dann beim zweiten Sprung schon zurück springt und es dadurch noch weiter wird, sondern zwischen den ersten beiden Steil nur locker mitgehen, nichts machen, entspannen und dann den Druck nur in dem Galoppsprung vorm Oxer machen. Der Oxer wurde dann auch ganz schön hoch… aber der Plan ging auf und schon war es ein viel besserer Sprung hinten raus. Alani strengte sich auch wirklich an.

Danach ging es nur noch aus dem Parcours – der es ganz schön in sich hatte mit Steil und Oxern von der anderen Seite aus der Wendung – an meinen Lieblingssprung, den schmalen vom langen Weg. Den traf ich nie so richtig gut und Alani nahm ihn auch nicht sooooo richtig ernst. Aber es war ein guter Punkt, um an dem Thema Spannung weiterzuarbeiten. Denn auch bei einer zu großen Distanz kann man die Spannung erhalten, wenn man die Zügelverbindung nicht komplett aufgibt. Nach einigen Malen hab ich das auch hinbekommen, ohne Fehler, und damit war es dann auch genug für Tag 2 für Alani.

Nu los mit dem Nessi-Pferd. Nicht ganz so hoch starten wie mit Alani, erstmal gucken, was sie sagt. Ich glaube, wir haben da vorweg etwas mehr Brimborium gemacht als Tim sich selbst eine Meinung über sie bilden zu lassen. Vielleicht wäre das besser gewesen – aber bekanntlich ist man hinterher ja immer schlauer.

Bei den ersten Galopp-Cavalettis hatte ich die gleiche Problematik wie mit Alani. Keine Führung, lose Zügel. Zügel viel kürzer, Hände mehr am Hals führen und nicht ganz so weit unten, halb auf dem Oberschenkel. Nicht, dass ich das bewusst machen würde, aber ich neige manchmal dazu, Nessi wie ein junges Pferd zu reiten, mit breiter Zügelführung undso… Also mal weg davon und lieber eine stete Verbindung suchen.

Rechts herum, mit direktem Anschluss an Planke / Rot hatte ich mit den 5 Galoppsprüngen erstmal etwas Stress. Ich konnte nicht ganz so geschmeidig mitgehen wie bei Alani über der Planke. Aber Nessi macht da auch einen anderen Ruck. Und was ich sehr interessant fand: Tim meinte, ich hab mir bei ihr ein eher unpassendes Mitgehen angewöhnt. Oberkörper lieber gerade nach oben als nach vorne und dann nicht so viel mitgehen, dafür aber länger, weil ich mich schon bevor die Füße den Boden berühren wieder aufrichte. Das wäre bei Nessi nicht so gut, sondern lieber länger etwas vorne sein bei ihr, um den Sprung nicht „abzubrechen“. Das versuchte ich direkt umzusetzen und es fühlte sich super an.

Die Stute war aber auch super drauf. Kein Gedrücke, kein Gezicke.. nur später etwas Bocken nach dem Oxer – aber ich hab es ja lieber, wenn da Leben drin ist 😀

Es ging also zum Oxer und der Dreifachen. Der Oxer an sich war kein Problem, nur die Wendung danach.

Oberkörper mal wirklich zurück in der Wendung. Hände gleichmäßig mitnehmen. Und schon bockt sie nicht mehr.

Haha, was soll ich sagen? So war es auch.. Schon hatte ich die Wendung wieder im Griff. Und die Dreifache war für Nessi eh kein Problem. Sie kam hinten auch viel besser an als Alani. Da ist sie als kleines kompaktes Pferd viel flexibler mit ihrem Galopp.

Dann gings an den ganzen Parcours. Den fand ich mit Nessi deutlich kniffliger als mit Alani. Weil die Wendungen, die Kontrolle, die Rittigkeit, die abgefragt wurde, hab ich bei Nessi leider noch nicht immer. Aber: Hey, es war mega gut. Selbst aus der Ecke den Oxer zurück – etwas groß – und trotzdem gleich angegriffen. Da war ich wirklich happy mit Stuti. Hat sie super gemacht. Es ging dann nur noch um Wasser und meinen Lieblingssprung, den Schmalen vom langen Weg.

Wasser musste ich einige Male reiten. Mehr Spannung – insgesamt mehr Galopp reiten und dann am Ende lieber etwas ran an den Zügel und verkürzen und damit spannen. Dann ist der Sprung besser. Ich wiederhole mich.. aber Tim musste sich auch wiederholen, damit ich es verstand/verstehe. Und Theorie ist ja immer schön, aber in der Reiterei muss man es auch in der Praxis umsetzen können. Und ich kam die ersten Male zu Wasser einfach etwas groß und da geht die Spannung schnell verloren. Als ich es dann beim dritten Mal aber hinbekam – mit mehr Grundgalopp, einer gut gerittenen Wendung und passender Distanz – merkte ich sofort den Unterschied und was Tim meinte.

Insgesamt, um jetzt zum Ende zu kommen… bin ich total happy mit den beiden Pferden. Sie sind wirklich gut drauf und könnten mir kein besseres Gefühl geben. Und ich bin froh, dass ich mich mit diesen beiden tollen Partnern auch selbst so gut „präsentieren“ kann. Wollte mich ja auch nicht blamieren bei Tim, ne???

Schreibe einen Kommentar