Ein versöhnlicher Abschluss

Bad Harzburg – Tag 4

Unser letzter Tag in Bad Harzburg brach mit gutem Wetter an. Nach dem Sturz gestern war ich immer noch etwas verwirrt, aber mittlerweile der Meinung, dass ich einfach nur dankbar sein kann, dass wir heil sind. Alani machte auch morgens beim Füttern einen guten Eindruck. Mir tat so gut wie nichts weh. Ich hatte im Gegensatz zu meinen Teamkollegen ja einen sehr entspannten Tag vor mir, denn außer nochmal zum Wasser reiten und später zur Mannschaftsaufstellung aufmarschieren war ich ja nur noch Zuschauer.

Gehts endlich los ??
Gehts endlich los ??

Nach dem Frühstück ging es erstmal zur Verfassung. Unsere trabten alle gut, also machten wir uns keine großen Sorgen. Auch sonst waren fast alle Pferde aus der CCI* fit. Nur 2 wurden nicht vorgestellt und einer wurde rausgenommen. Kurz danach begann schon das Springen für die kurze Prüfung und es war der gleiche Parcours wie später für die lange. Daher gingen die Mädels schonmal ab und ich erstmal zu Alani, um eine große Schrittrunde mit Wassereinlage zu machen. Er war gut drauf, fast zu gut.. denn eigentlich war für ihn ja auch Springen angesagt. Und er verstand die ganze Geschichte nicht wirklich. Im Gelände beruhigte er sich aber zusehends. Am Wasser angekommen war er dann doch wieder etwas nervös. Er wollte nicht sofort runter in den Modder, es kostete etwas Überredung. Aber er ließ sich überreden. Brav wie er ist. Dann stapfelte er ganz tapfer ein paar Mal durchs Wasser.. durch das eine, durch das zweite und auch 2-3 Mal nochmal von der Seite, von der ich auch gestern in der Geländestrecke gekommen war. Am Ende war er ganz entspannt und ich auch etwas erleichtert. (VIDEO LIVE von Facebook)

Nachdem ich mit Alani wieder zurück war, war auch nicht mehr viel Zeit bis 11:30 – Start des CCI* Springens. Christin war recht früh dran und hatte leider 3 Fehler, aber der Kurs war auch wirklich dick aufgebaut. Bad Harzburg wollte es am letzten Tag also nochmal so richtig wissen. Zusätzlich war der Grasplatz an beiden Enden doch sehr rutschig und viele hatten trotz langen Stollen wirklich Probleme, da um die Wendung zu kommen. Es gab sehr wenig Nullfehler-Ritte. Das waren dann schon echte Ausnahmen (in der Kurzprüfung vorher war das auch schon so, man war also vorgewarnt). Als nächstes – für uns wichtig – kamen Nadine und Kathleen kurz hintereinander.. Nadine hatte nur eine Unstimmigkeit und kam mit 4 Fehlerpunkten aus dem Parcours. Sie hat sich darüber zwar auch geärgert, es änderte aber nichts am Ranking. Kathleen hatte etwas mehr Pech. Ihr brauner Wallach ließ 2x die Füße hängen und kam dann insgesamt mit 10 Fehlerpunkten raus, obwohl sie das super managte. Insgesamt hatten wir dann 203 Punkte.. war ja kein Streichergebnis mehr da wegen meinem Ausfall -.- Aber damit belegten wir noch Platz 6!! Ich finde, für die erste SH-Mannschaft seit 5 Jahren, die wieder (fast spontan) zum Bundeswettkampf angetreten ist, ist das ein solides Ergebnis. Wir hatten mit Pech zu kämpfen und haben uns trotzdem durchgebissen.

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Nach der Platzierung für die CCI* lief dann noch das CIC**-Springen und dessen Platzierung. Um 15:00 sollte dann die Schluss-Aufstellung für alle 8 platzierten Mannschaften sein. Natürlich klappte das nicht ganz. Aber am Ende wurde es doch ein bisschen sehr in die Länge gezogen.. bis alle Mannschaften die Schleifen hatten, alle in der richtigen Reihenfolge einritten und dann wieder eine ewige Warterei… Reden von diversen Leuten, eine Auslistung aller Platzierten, Glückwünsche an alle, diverse Sonderehrenpreise (vom Gefühl her gingen die alle nach Hessen) und dann – nachdem die Pferde schon wieder eingeschlafen waren – war plötzlich Ehrenrunde und es galoppierten 40 Pferde auf dem kleinen Springplatz rum. Alani bockte eigentlich nur 😀 Der war wild und mit den Nerven auch am Ende.

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Insgsamt fand ich das Ende etwas schade. Auch, wenn ich wusste, dass ich trotz meines Ausscheidens bis zur Mannschaftsaufstellung warte, wäre das pferdefreundlicher zu lösen gewesen. Gerade die Teilnehmer des Bundeswettkampfes hatten die längste Anreise und das längste Turnier. Wir waren die Ersten mit der ersten Verfassung am Donnerstag abend und die Letzten mit dem Aufmarsch der Mannschaften am Sonntag nachmittag. Warum dieser Aufmarsch dann immernoch mit Pferden sein muss, verstehe ich nicht ganz. Denn gerade am Sonntag war das für die Pferde das dritte Mal, dass sie aus der Box mussten (2.Verfassung, Springen, Aufmarsch). Und dann natürlich auch noch langes Stillstehen und warten auf die Ehrung.

Abgesehen von dieser Geschichte war es aber ein tolles Wochenende. Die Mannschaft hat Spaß gebracht, Bad Harzburg (das ganze Gelände, die Stimmung, die Umsetzung) war toll und auch die Orga war bis auf wenige Kleinigkeiten hervorragend. Ich komme gerne wieder, wenns in meinen Plan passt. Denn auch die Hügel und der Anstieg, der bei uns in Holstein als „sehr extrem“ bezeichnet wurde, hat mich nicht so schockiert wie erwartet 😀

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