Vom Soerser Sonntag bis zur Eröffnungsfeier

Hier bin ich nun. Beim CHIO Aachen, als Mitarbeiter des Social Media Teams – Turniermitarbeiter. Mache Videos für Facebook und YouTube. Man sollte meinen, Sonntag/Montag/Dienstag wäre noch nicht so viel los, denn eigentlich hat das Turnier noch nicht mal richtig begonnen. Aber ich hab schon so viel erlebt und so viel gemacht, dass ich Euch jetzt doch schnell mal ein Update geben will, bevor es am Ende der Woche so viel ist, dass ich es garnicht richtig zusammenkriege oder wieder einen ARtikel von 2.500 Wörtern schreibe 😉

Ich beginne einfach mal chronologisch, sonst vergesse ich entweder die Hälfte oder erzähle wirr hin und her. Am Samstag abend bin ich nach 5h Fahrt in Aachen angekommen, trotz Ferienanfang in NRW waren die Autobahnen (wenn man Hamburg mal verlassen hat) total in Ordnung. Kein Stau, volle Fahrt voraus. In Aachen habe ich mein Hotel bezogen – klein und simpel, aber total ok – ich bin eh nur zum Schlafen da. Am Sonntag ging es dann los, Arbeitsbeginn 12:00, was für ein Lotterleben 😀 Kira, die ebenfalls im Social Media Team in meiner „Abteilung“ arbeitet, war schon seit Freitag da und zeigte mir erstmal das Turniergelände, die Restaurants, wo wir essen konnten undsoweiter, sodass ich mir einen groben Überblick verschaffen konnte. Schließlich war ich zwar schonmal in Aachen, aber gefühlt ist das über 10 Jahre her und meine Erinnerung ist wirklich sehr sehr dumpf.

Cool finde ich beim Turniergelände, dass es sehr schlau angelegt ist. Die Zeltstadt mit den Shopping- und Essensmöglichkeiten ist quasi mittendrin, Trainings-, Vorbereitung- und Prüfungsplätze gliedern sich da total ein. Die Pferde müssen aber nicht durchs Gedränge oder dann einen weiten Weg außenrum nehmen, sondern haben spezielle „Pferdewege“, die mittendurch führen, für die „normalen Zuschauer“ aber gesperrt sind. An jedem Überweg stehen Ordner, die aufpassen und sperren, sobald ein Pferd auf dem Weg zu sehen ist. Das Schöne daran für die Zuschauer: Sie haben irgendwie immer die direkte Verbindung zu den Pferden. Man sieht die Pfleger oder Reiter aus nächster Nähe und hat das Gefühl, dazuzugehören. Und das Schöne für die Reiter/Pfleger (allerdings kann ich da nur spekulieren, weil ich noch nicht die Chance hatte, mit jemandem darüber zu sprechen): Sie haben eigene „exklusive“ Wege, wo sie auch ihre Ruhe haben können. Außer bei den Durchgängen sind die Wege von hohen Hecken umrandet, sodass man geschützt ist.

Der Soerser Sonntag: Eine tolle Idee, am ersten Sonntag schonmal alle Zelte/Geschäfte/Läden zu öffnen und ein buntes Rahmenprogramm auf dem großen Trainingsplatz zu veranstalten. Da waren viele Familien, Kinder, es gab Ponyreiten und und und. Für diesen Tag habe ich den ersten Videobeitrag fürs CHIO produziert. Ich fand das Programm mit der Rassenschau und dem Ponyshowteam auch echt cool und es hat Spaß gemacht, den Tag so zu erleben.

Für Kira und mich war der Sonntag dann erst spät zu Ende, als das Video dann auch fertig war. Denn, wo mein Job normalerweise entspannt wird mit dem Schnitt, ist es hier in Aachen eher stressig, weil die Aufnahmen am liebsten so schnell wie möglich zu einem fertigen Video werden sollen. Und das stellt sich der Außenstehende immer so easy vor – naja, schneid eben schnell. Aber es dauert doch so eine Zeit, wenn man eine Idee dahinter hatte und das Ganze auch noch schön aussehen und klingen soll. Aber ich hatte meinen Spaß und der Film wurde gut angenommen.

Am Montag war das Turniergelände dann für die Öffentlichkeit zu und es gab auch kein Programm. Ein bisschen wie die Ruhe vor dem Sturm. Trotzdem hatte ich jede Menge auf meinem Zettel und habe an dem Tag 3 Videos fertiggemacht: Zum einen bin ich vormittags mit Heiner Engelmann, Co-Bundestrainer der deutschen Springreiter, einmal den Weg abgegangen, den die Pferde vom Stall zum Stadion nehmen und er hat mir erzählt, wie das Ganze abläuft, ob es noch letzte Tipps gibt, wie er sich das mit Otto aufteilt und welcher Weg dann für ihn am schnellsten ist, um zum nächsten Reiter zu kommen. Ich kann nur sagen: Der hat echten Stress bei einer solchen Prüfung und muss auf jeden Fall gut zu Fuß sein. Heiner ist total nett und unkompliziert und es war für mich auch total spannend, dass auch die Top-Springreiter mal nervös sind, Fragen stellen und kompetente Unterstützung brauchen. Es ist scheinbar auch sehr individuell, wie jeder abreitet – manche springen auf dem großen Trainingsplatz mehr und auf dem kleinen garnichts und manche reiten erst auf dem Kleinen ein paar Sprünge. Da wird keiner einfach vermengt, sondern es steckt sehr viel Plan dahinter.

Der Nachmittag verging wie im Flug mit dem Schnitt, dann kam auch schon weiteres Material vom Springreiter Pedro Veniss, der im Auftrag von Rolex am Vormittag besucht worden war und zu dem wir eine kleine Story „Quabris Weg nach Aachen“ machen wollten. Unsere Mitarbeiterin Alina hatte viele Szenen am Stall gedreht und auch Interviews mit Pedro und Quabris Pfleger geführt. Eine schöne Idee mit einem tollen Reiter und einem superschönen Pferd. Ich war zwar beim Dreh nicht dabei, konnte aber im Schnitt dann alles rausholen und Pedro und sein Pfleger sind super nett, super sympathisch und auf dem Boden geblieben. Ich glaube, als letzter Rolex-Gewinner lastet schon eine Menge Druck auf dem jungen Mann. Am süßesten fand ich die Info, dass Quabri eigentlich gerne mit anderen Pferden zusammen fährt (der Pfleger sagte sowas wie „er möchte auch Freunde haben“), aber das macht es in der Betreuung doch ein bisschen anstrengend 😉

Abends gab es dann noch einen kleinen Trot-Up der Springpferde, den wir mit einem kurzen Video einfingen. Der erste Vetcheck für die Springteams verlief ohne Probleme und damit war mein Montag dann auch gegen 22:00 zu Ende. Ach, eine Sache hätte ich fast vergessen. Mitten im Schnitt (ich saß schon im Pressezentrum, da das normale Büro bereits vor lauter Mitarbeitern zu platzen drohte) kam Jaques Toffi an. Und ich wie ein kleines Fangirl im Inneren „ahhh wie cool!“ und ich konnte ihm helfen, was die Lagerung seines Equipments betraf und auch mit dem Internet und solchen lapidaren Organisationsfragen. Dabei musste ich ihm natürlich verraten, dass ich ein großer Fan bin und er lächelte nur total bescheiden. Das mag ich ja an wirklich bekannten Peoplen, die richtig was dauf haben. Die meisten sind ganz normal und dabei sogar bescheiden.

Dienstag wurde es dann „ernst“, mit der ersten Besprechung im großen Pressezentrum, das ab da geöffnet war. Und ging weiter mit dem Auftrag, einen FIlm über die Zeltstadt zu drehen – so lange es noch nicht so voll war, konnte man in die Stände und ein paar Eindrücke einfangen, was es alles so gibt. Und ich kann Euch sagen: Es gibt alles: Von den ganzen Pferdesachen in 1000 Ausführungen (Trensen, Sättel, Reithosen, Fashion, Helme, Handschuhe, …) bis zu Essen und Trinken in allen Formen und auch normale Shopping-Läden mit Hüten, Schmuck, Portemonnaies, Sonnenbrillen, Lederausstattung, Taschen. Wenn man will, braucht man auch garkeine Pferde auf dem CHIO sehen, sondern geht nur zum Shoppen hin. Ich kann da aber empfehlen: Bringt Zeit mit, denn die Zeltstadt ist groß. Und erstmal ein wenig unübersichtlich mit so vielen Gängen und Möglichkeiten. Aber man kann sich doch schnell einen ganz guten Überblick verschaffen und die Leute sind alle total nett, beraten gern. Ich hab mich mit vielen unterhalten, da einige Angst hatten, ich betreibe Spionage mit meinen Bildern 😉 „Ist doch nur für den CHIO selbst“ – damit kam ich weiter und es war einfach ein toller Vormittag. Obwohl es immer wärmer wurde und mir mit dem Equipment schon sehr warm wurde bei 25-27 Grad, ansteigend.

Dann kam ein ziemlich cooler Teil (auch für mich als Mini-Blogger): Zum einen, dass wir ab heute auch im Riders Club essen dürfen. Das ist ziemlich exklusiv, die Reiter- und Presseleute essen da. Da sitzt am Nebentisch dann Christian Ahlmann oder der Turnierchef Frank Kempermann.. das ist schon ein ziemliches cooles Gefühl. Zum anderen die Bloggerlounge: Unsere liebe Janine ist dafür zuständig und am Nachmittag (14:30) gab es das erste Meet&Greet mit Annica Hansen. Annica ist schon ein sehr bekanntes Gesicht unter den Bloggern, ich hab sie aber noch nicht persönlich getroffen. Als wir etwas früh dort waren, war auch schon Harriet Jensen da (eine ebenfalls sehr bekannte Bloggerin, vor allem für mich aus Hamburg jemand aus der nächsten Umgebung). Auch sie hatte ich noch nicht persönlich getroffen. Ich muss wirklich sagen (und es ist nicht gelogen), dass die beiden wirklich suuuper nett und total easy sind. Man kann sich ganz normal mit ihnen unterhalten und über dies und jenes reden. Mit Harriet hatte ich jetzt noch nicht länger das Vergnügen – sie ist aber noch das ganze Turnier da, also werd ich wohl nochmal die Chance haben.. und mit Annica hatte ich abends einen Dreh, aber dazu gleich mehr.

Annica hatte also erstmal ihr Meet&Greet und da waren soo viele junge Mädels, die ein Autogramm und ein Foto mit ihr wollten. Ich machte ein paar Aufnahmen mit (für was erfahrt ihr später noch) und dann nahm es wirklich kein Ende.. ganz witzig für mich war, dass eines der Mädchen sogar mit mir ein Bild wollte.. waas, neben Annica? Wir haben dann in der Fotobox ein Bild gemacht, bzw. 4 Bilder, was dann zu einer Collage wird. Das Bild hab ich jetzt leider nicht, aber ich hab die Fotobox natürlich mit Janine und Alina ausm Team vorher einmal ausprobiert und das Ergebnis gespeichert!

Abends kam dann aber erst das richtige Highlight: Der Dreh mit Annica bei der Media Night. Wir (also Alina und ich) waren schon etwas früher da und somit hatte ich die Chance, schon ein bisschen was zu filmen. Wie die Promis ankommen, wie die Presse sich dann wie die Furien auf diese armen Menschen stürzt (ganz besonders schlimm bei „Germanys Next Topmodel“ Kim Hnizdo und bei Veronica Ferres). Das ist echt krass, sowas mal aus nächster Nähe mitzukriegen und das bei einer noch recht entspannten Party. Ich will mir garicht vorstellen, wie das bei größeren Anlässen wie einer Filmpremiere sein muss. Zur Media Night waren echt viele gekommen – Schauspieler, Moderatoren, Reiter.. es war eine bunte Mischung. Und das machte es irgendwie spannend.

 

Annica wurde natürlich auch von der Presse erstmal abgelichtet und danach konnten wir anfangen zu drehen. Ein kurzer schneller Eindruck von der Media Night – sie hatte sogar die Chance, noch 2-3 People anzusprechen (unter anderem Ingrid Klimke). Annica ist flexibel, entspannt und macht einen wirklich tollen Job! Dabei sieht sie auch noch so gut aus!! Sie weiß, was sie sagt in der Situation, verhaspelt sich nicht und hat immer ein Lächeln aufgesetzt. Also ehrlicherweise muss ich zugeben, ich war vorher jetzt kein großes Fangirl.. aber nach dem Abend mag ich sie sehr! Das Ergebnis unseres abendlichen „Promi-Einfangens“ seht ihr hier:

Sooo.. und dann (nach dem Schnitt, der superschnell gehen musste) kam ja auch noch die große Eröffnungsfeier!! Oh man, da hab ich Euch versprochen, keine 2.500 Wörter zu schreiben und da sind wir aber doch bald angekommen.. Die Eröffnung durfte ich ganz easy ohne Auftrag auf der Presstribüne im Hauptstadion gucken. Also saß ich mit den anderen Mädels da und konnte staunen. Angefangen hat es mit einer tollen Dressur- und Springquadrille, die wirklich schön war, dann kamen Friesen (ich zählte mal durch: Mit Kutschen, Reitern undsoweiter waren es 50 Friesen in der Bahn, eine beeindruckende Zahl), Ludger Beerbaum und Jeroen Dubbeldam zu Pferd, ein Kick, Jump & Drive und zum Abschluss noch eine Präsentation der Niederländer. Am spannendsten war das Battle zwischen Deutschland und Holland im Kick, Jump & Drive. Ein Fußballer musste einen kleinen Slalom meistern und durch das Tor schießen, dann konnte der Springreiter los und musste über einen kleinen Springparcours und musste nach seinem letzten Hindernis in die Kutsche springen. Für diese gab es dann auch einen Parcours mit Hügel und Wasser. Schneller war dieses Jahr das holländische Team – hoffentlich kein Omen für die nächsten Tage! Was für eine schöne Eröffnung.

Ich bin gespannt, was mich die nächsten Tage noch alles erwartet 😉

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