Schöne Einstiegsrunde

Großenwiehe 01.04.2017

Das Turnier in Großenwiehe startete für mich mit eher gemischten Gefühlen. Wie einige von euch ja schon mitbekommen haben, habe ich mich sehr über die Organisation in der Vorbereitung (Startbereitschaft, Startlisten, etc.) geärgert.. dadurch musste auch mein lieber Ted mal wieder zurückstecken, weil ich so früh dann nicht mehr packen konnte..

Ich ließ mich trotz des (zugegebenermaßen recht großen) Frusts nicht komplett abhalten und fuhr mit Alani für das Stil L Gelände hin. Der Weg war weit (150km), das denkt man beim kleinen Schleswig-Holstein ja nun auch nicht.. und so kamen wir etwas eng an. Mama konnte dann leider nicht mehr mit abgehen, sodass ich schnell durchgeflitzt bin und sie schon mit Alani anfing. Erstes Mal Stollen drehen undso kann ja auch etwas dauern.

Mit dem Kurs war ich nach 20min durch, recht zuversichtlich. Ich finde, das war ein toller Einstiegskurs mit ein paar Abfragen, aber auch vielen netten Sprüngen, um die Pferde ins Laufen zu kriegen. Gerade die ersten 3 sind einfache Busch-Hecken/Schweinerücken, die man aus einem flüssigen Tempo überwinden kann, sodass man die ersten paar Meter schonmal ohne enge Linien hinter sich bringen kann. Ich war also ganz positiv gestimmt, Alani war am Hänger entspannt und noch nicht sehr nervös, ich hatte ausnahmsweise mal nichts vergessen (Kopfnummern, Stollen, Gurte, Handschuhe, Sporen… so Kleinteile, die man eben gerne vergisst) und daher waren wir dann noch rechtzeitig fertig, als die Prüfung losging.

Mit Alani war ich 18.Starter (9. in der zweiten Abteilung, aber beide Abteilungen wurden abwechselnd gestartet) und so hatte ich genug Zeit, in Ruhe Schritt zu reiten, zu lösen und dann meinen Galopp zu finden. Ich machte genug Sprünge, weil er sich am Anfang ja gerne festhält, aber auch nicht zu viele, damit er nicht müde wird. Ich hatte aber das Gefühl, dass er super drauf ist – nicht zu kernig (ist im Stil ja oft nicht so von Vorteil), aber eben auch nicht zu lasch, dass ich ihn treiben muss. Ein gesundes Mittelmaß: das hat man auch nicht oft 😉

Sprung 1 war noch auf dem Abreiteplatz und ging problemlos, dann der Übergang aufs andere Feld, da drängelte er natürlich erstmal ein bisschen rum, weil es auch von den anderen Pferden wegging, aber nach einem kleinen Schenkeleinsatz ging das auch problemlos. Auf dem nächsten Feld konnten wir erstmal schön galoppieren – Sprung 2 und 3 aus dem Fluss. Zu Sprung 4 nahm ich etwas auf, das war ein Tisch und danach kam sofort ein schmales Element. Zum Tisch kam ich gut hin, den Schmalen hatte Alani nicht sofort auf’m Zettel, da musste ich ihn etwas hindirigieren. Und obwohl die Distanz dann etwas groß wurde, zögerte er garnicht. Zu 6 (einem schnalem Sprung mit Hecke) kamen wir ideal und dann ging es auf das nächste Feld, bergab zu 7, der war auch kein Problem. Zu 8 ging es dann wieder bergauf und das war ein Sprung mit sehr viel offenen Teilen und obendrauf Besen, da hab ich mir schon gedacht, dass ich etwas dransitzen muss, aber auch das machte er super – sein Sprung war schön rund, weil er natürlich geguckt hat. 9 war ein „Kuhkopf“, d.h. ein etwas stabiler gebautes schmales Trapez, was auch noch bergauf zu reiten war und relativ schnell nach 7 kam. Ich fand nicht die ideale Distanz, aber wollte lieber auf Sicher gehen bei so einem schmalen Element, als mit Riesen-Galopp dahin zu jagen. Die 10 war ein kleiner Baumstamm auf der Anhöhe und ab da ging es wieder gerade und zum Coffin. 11abc, ganz klassisch, aber schön gemacht, weil es nicht dunkel, klein und unübersichtlich wie viele andere ist, sondern schön offen und sehr überschaubar. Alani guckte vorne ein bisschen, sprang brav rein, guckte dann beim Graben nochmal kurz (zuckte so komisch zur Seite, was ich sonst nur von Ted kenne) und sprang dann brav hinten raus. Ich hatte danach etwas Fahrleinen, weil ich ihm gerne seine Halsfreiheit gebe, bei solchen Sprüngen. Also schnell sortieren, denn zur Ecke (Nr. 12) wars nicht weit. Wir kamen dann etwas dicht dahin, aber ohne Probleme rüber. Dann ging es auch schon aufs letzte Feld, zum Wasser. Der Einsprung, die 13, war auf einem kleinen Hügel, sodass man dann von oben ins Wasser reinkam und direkt wieder rausspringen musste. Ich saß zwar etwas dran und ermutigte Alani, aber auch da gabs kein Problem. Beim nächsten Sprung guckte er dann doch ein bisschen – die Nummer 15 war quasi ein grünes Rick mit Graben davor in der Schräge, das war nicht so einfach anzureiten und ich ließ da auch lieber nichts anbrennen. Zu 16 (Trakehner) kam er wieder gut und auch der letzte Sprung (Dach mit blauen Tonnen obendrauf) kam super und dann waren wir im Ziel.

Danke Sarah für das coole Pic 💙

Ich war mit der Runde super zufrieden – Alani zog gut, hat alles brav mitgemacht, es war wieder ein tolles Zusammenspiel mit ihm. Ich weiß immer, wann ich ihm helfen soll/muss und wann ich auch sagen kann „Du machst das schon“.. das macht mir immer am meisten Spaß. Der Galopp war gut und angemessen – ich glaube, nicht zu schnell (Stil war nur auf 450m/min festgelegt) und nicht zu langsam. Und ich hatte mit meinem Sitz auch immer ein sicheres Gefühl. Und dann ertönt aus den Lautsprechern: „Grund- und Endnote für dieses Paar: 7,0“

Ok. Joa.. ist schon recht wenig? Mehr kann und will ich dazu garnicht sagen. Ist halt Stil und jeder sieht da was anderes oder will was anderes sehen. Damit gab es keine Platzierung (Platz 21) und wir traten recht schnell den Heimweg an (was garnicht schlimm war). Ich weiß, dass unsere Leistung gut war, dass es für Bad Segeberg (VL) eine gute Vorbereitung war, nochmal zu sehen, wie prüfungsfit wir auch sind.. wie die Kondition aussieht bei uns beiden (naja, das waren jetzt 1.650m und in Segeberg sind es ca. 3000m).. und wo man vielleicht im nächsten Gelände etwas aufpassen muss. Ich bin happy mit meinem Champion <3

Video dazu:

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