Pleiten, Pech und Pannen – und dann doch noch gut

Bad Harzburg – Tag 1

Tja, da hab ich mal kein WLAN in der Ferienwohung und daher kein Bericht gestern. Daher der heutige Bericht für beide Tage. Wird also etwas länger.. Angefangen hat die ganze Geschichte damit, dass wir schonmal 1h zu spät losgekommen sind.. irgendwie war es doch mehr Vorbereitung als erwartet. Beim Losfahren mussten wir dann erstmal 8km Stau umfahren, nur um nach ein paar Kilometern Autobahn doch in den Stau reinzufahren. Etwas später, hinterm Elbtunnel stand dann die ganze Kiste. Und es dauerte und dauerte. Daher entschieden wir uns dafür, abzufahren.. was wir nicht so recht wussten, war die Alternative: 120km Landstraße quer durch Celle -.- Super nervig und in Wirklichkeit kommt man auch nicht vorwärts.. aber es war ein bisschen wie vom Regen in die Traufe. Endlich angekommen (ca. 16:30, also 2h später als geplant), hatten wir garkeine Orientierung.. und parkten erstmal unten vorm ersten Stallzelt. In der Meldestelle wurden dann die Boxen zugewiesen und wir standen nicht im Stallzelt, sondern im Gestüt.. ca. 1km weg, aber man muss nicht Straße reiten, sondern es gibt einen direkten Sandweg vom Gestüt zur Rennbahn. Wir also zurück zum Auto, wollten das Pferd rüberbringen.. Auto tot. Leiert, springt aber nicht an :((((

Ja.. probiert probier probiert. Nichts zu machen. Und wir hatten ja auch noch Zeitstress. Um 18:30 sollte die Verfassung sein und wir mussten auf jeden Fall noch einflechten. Das pure Chaos. Und ich war schon ziemlich entnervt von dem ganzen Tag. Ich hab dann das Pferd erstmal rübergeführt und eingestallt. War froh, dass ich ihn erstmal in eine Box stellen konnte. Die Boxen sind zwar etwas dunkel und mit hohen Wänden, dafür aber ruhig und relativ groß. So groß sind die Stallzelt-Boxen nicht 😉 Und gottseidank hat man so nette Team-Mates! Nadine (Zastrow) hat uns erstmal den Anhänger zum Stall gefahren, sodass wir wenigstens die ganzen Sachen beim Pferd hatten. Das Auto blieb dann erstmal unten stehen.

Als das alles geschafft war, machten wir schnell fertig. Ich hatte echt schon Furcht, dass wir bis zur Verfassung garnicht fertig werden. Einflechten, Putzen, ich musste mich noch umziehen, die Sachen für die Mannschaft verteilen, etc. Aber ich stratzte um 18:25 schnell los. Wir waren als 4. Mannschaft, also nicht ganz am Anfang. Und der Weg hin und her reichte Alani auf jeden Fall als Schritt-Tour zum Locker Werden. Ich kam pünktlich.

Verfassung war easy. Alle unsere Pferde waren sofort accepted. Und danach gabs das erste Gruppenfoto mit unseren coolen Sweat-Jacken.

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Dann zurück zum Stall und die Frage: Reite ich jetzt noch? Aber ich war so genervt von diesem langen und schwierigen Tag, dass ich mir dachte, wenn ich mich jetzt noch aufs Pferd setze, bringt das wahrscheinlich relativ wenig. Dann lieber entspannt in die Box und den Tag ausklingen lassen. Startzeit für Freitag dann 14:21.

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9 Mannschaften sind am Start, einige nur mit 3 Reitern: Westfalen, Hessen, Rheinland, Weser-Ems, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Berlin-Brandenburg, Baden-Württemberg, Thüringen

Bad Harzburg ist weitläufig, also muss man sich erstmal zurechtfinden. Aber alles ist gut erreichbar, das Riders Briefing ist immer auf einer großen Tribühne, die sicher sonst für die Zuschauer bei Renn-Tagen zur Verfügung stehen und auch sonst stehen viele kleine Pavillons hier und da. In einem gibts Frühstück, im nächsten sitzt die Meldestelle.

Aber eine Sache kam noch obendrauf. Als wir in die Ferienwohnung fuhren, die Nadine vorab schonmal bezogen hatte, wurde klar: Kein Duschen in der Wohnung (wohl Legionellen-Befall :((( ) und kein WLAN (das ist für mich ein bisschen wie für nen Schwimmer ohne Schwimmbad, also lebensnotwendig ^^). Noch mehr Nerv. Aber mein Konto für „Was kann eigentlich noch schlimmeres passieren?“ war auch gedeckt. Also, nur noch ins Bett.

Bad Harzburg – Tag 2

So, die Hoffnung war groß, dass es ja jetzt nur besser werden kann. 08:48 war unsere erste Reiterin dran und hatte leider einige Schwierigkeiten in der Dressur. Ergebnis -63. Puh, das hieß schonmal, dass die anderen jetzt ordentlich reiten sollten. Ich bin dann erstmal aufs Pferd, um Alani noch zu lösen. Da ich es gestern ja nicht mehr geschafft habe, dachte ich, es wäre auf jeden Fall schlau, vor der Dressur nochmal zu reiten und ein bisschen einzustellen. Das war eine sehr gute Entscheidung. Hatte echt bisschen zu kämpfen anfangs. Aber dann machte er sich locker und ich ließ es gut sein. Dann musste ich mich aber beeilen, denn Kathleen (unsere zweite Team-Reiterin) war schon 10:41. Mit dem Rad die 1,5km lang gejagt 😀 Und gerade so noch gesehen. Ergebnis -48,8. Solide Nummer. Gut gemacht 😉 Nach Kathleen hatten wir ein bisschen Erholungpause und dann machten wir in Ruhe Alani fertig. Umziehen, Haare wegstecken, Dressursachen fetten, neu einflechten (Alani hatte sich natürlich komplett die Zöpfe zerstört), Stollen drehen, putzen, Quartermakers reinbürsten, satteln, fertigmachen. Diesmal lief alles gut und ich saß pünktlich aufm Pferd und konnte in Ruhe den Weg rüber zu den Vierecken reiten.

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Er war schön locker, ich hatte nicht mehr so viel zu tun als ihn hochzuholen und mich ordentlich hinzusetzen. Im Viereck war er leider etwas mau. Ich arbeitete, aber die Verstärkung hätte etwas mehr sein können. Ansonsten gab es nur ein kleines Missverständnis bei der ersten Galopptour, die Rückführung war ein bisschen wackelig, aber danach hatte ich ihn wieder. Ansonsten fand ich es eine solide Leistung. Ich saß ordentlich und kam immer wieder zum Reiten. Ergebnis -49,5. Joa.. ich hatte mir etwas mehr versprochen, aber wenigstens Ziel erreicht mit einer 4 davor 😉

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Dann haben wir uns wieder ein bisschen beeilt, denn ich wollte das Gelände einmal abgegangen sein bevor Nadine reitet (16:15). Alani waschen, fertigmachen und ab in die Box. Los mit dem Gelände. 3,8km in 07:29min. Das ist gottseidank weniger als 4km, aber trotzdem eine ordentliche Strecke für uns. Ich finde die Strecke auf jeden Fall anspruchsvoll. Viel zu galoppieren, viel zu springen, viel Hoch und Runter, mit Mords-Absprüngen und es ist bis zum Schluss viel Konzentration gefragt, denn auch an Technik haben sie nicht gespart, ab ab ab 😀 Und viele schräge Hecken und Kombinationen.

Wir kamen noch pünktlich zu Nadines Dressur. Ich fand sie superschöön, Pferd war ordentlich vorne ran gestellt und keine Patzer. Trotzdem leider nur 49,3. Da hatten wir uns auch mehr erhofft. Aber sie sagte, dass sie beim Galopp doch etwas vorne drauf lag. Ich hab das nicht so gesehen 😀

Insgesamt liegen wir ganz gut.. Platz 18,20,22 von 65 (ich auf 22, im ersten Drittel, da bin ich zufrieden) und Mannschaft Rang 5 von 8! Eine wirklich gute Grundlage für den morgigen Tag. Wenn man die Ritte ein bisschen verfolgt hat, würde ich sagen, dass die Richter generell 4-5 Punkte zu niedrig waren. Aber gut, wenn sie es durchziehen, ist es ja für das ganze Feld egal.

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Das Wetter hält sich nur so in Maßen. Seit dem frühen Nachmittag fängt es immer wieder an zu nieseln. Und dann so ein fieser Nieselregen, bei dem man auch komplett durchnässt wird. Ich hoffe, das hört jetzt langsam auf, denn alle Bergab-Passagen im Gelände werden schwieriger je nasser es wird. Und die Zeit wird dann auch kaum zu packen sein.

Heute abend gibt es dann nur noch ein kurzes Riders-Briefing um 19:30 und dann ist der Tag für uns auch zu Ende. Morgen heißt es Daumen drücken um 13:15 ! Stay tuned. Ich meld mich auf jeden Fall danach auf Facebook 🙂

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