Licht am Ende des Tunnels

Was soll dieser Titel nun wieder heißen? Bei Bloggern läuft doch immer alles supergut. Sonnenschein, wohin man blickt, Schleifen und Platzierungen ohne Anstrengungen und Pferde nur vom Allerfeinsten. Die Wahrheit ist eine andere und die meisten Blogger, die ich kenne, erzählen auch mehr von der Wahrheit als von dem „Sonnenschein-Gebilde“ auf Facebook oder Instagram 😉 So, wie ihr mich kennengelernt habt, rede ich auch von den Dingen, die mal nicht so gut laufen und ihr habt es mir bisher wahnsinnig toll gedankt: Mit Aufmunterung, lieben Worten und vor allem keinen negativen Diss-Kommentaren oder ähnlichem.

Ich möchte von meinem heutigen Dressurtraining berichten, denn ich muss sagen, nach LANGER LANGER Zeit (gefühlt.. in echt waren es vermutlich nur 6-8 Wochen) war Alani wirklich toll und ich hatte ein richtig gutes Gefühl beim Reiten. Ich hatte ja in den letzten Posts auf Facebook und Insta öfter mal angesprochen, dass Alani nicht fit war, nicht mit konnte, nicht gut drauf war.. und und und. Ohne so richtig zu sagen, was denn jetzt eigentlich mit ihm los ist. Es ist im Winter einfach nicht ganz so leicht mit ihm wie mit Teddy. Er ist groß und lang und daher viel schwerer, elastisch zu behalten. Er braucht länger, um warm zu werden und auch dann noch verknotet er sich halb die Beine bei einem einfachen Schenkelweichen durch die Diagonale. Doch nun ist eine Besserung eingetreten und auch wenn diese für mich an den kleinsten Dingen hängt, ist es doch umso wichtiger!

Wir haben heute vor allem an der Stellung links gearbeitet, weil er auf der Hand echt wochenlang so fest war. Und heute hat er sich selbst zurückgenommen und sich im Galopp so gesetzt, dass es für ihn wirklich anstrengend wurde. Normalerweise macht er das natürlich nicht freiwillig! Auch in der Hand war er dadurch so viel besser und ich konnte am Hinterbein schön mittreiben, sodass er auch im Takt blieb und gleichzeitig das Hinterbein immer mehr belastet hat. Auf der rechten Hand ging das auch sehr gut, aber das ist eh unsere bessere Hand, was mehr an mir als an ihm liegt, weil ich auf der Hand wesentlich stärker bin. Ich finde ja, dass man es vor allem dann merkt, dass das Pferd gut wird, wenn man weniger Kraft braucht – am Bein, im Kreuz, an der Hand.. dann tragen sie sich selbst und laufen schwungvoll durch den Körper an die Hand. Ach, was für ein tolles Gefühl. Noch ist es bei Alani im Galopp deutlich einfacher als im Trab, denn da macht er sich gerne noch schief im Genick und bleibt nicht konstant aufgerichtet, aber das kommt dann auch mit der Kraft.

Genug mit dem ganzen Fach-Jargon! Ich freue mich so, dass er und ich das Training heute mit einem so positiven Verlauf beenden konnten und sowohl als Team wieder näher zusammengewachsen sind als auch den Bewegungsablauf so enorm verbessern konnten. Ich hatte nach der Durststrecke echt schon meine Zweifel für die kommende Saison. Er war in der letzten Zeit immer wieder ausgefallen (Eisen ab, Husten, etc.) und dadurch war es schwer, ihn konstant in der Arbeit zu halten. Das bedeutet nicht, dass man ihn jeden Tag Dressur reiten muss, aber man muss jeden Tag (mit maximal einem Tag Pause) was mit ihm machen… wenn er 2 Tage Pause hat, fängt es schon an, dass er wieder Rückschritte macht, einfach durch den Bewegungsmangel bzw. die „Nicht-Gymnastizierung“. Und das passiert trotz der Tatsache, dass er ja von 8-14 Uhr auf Koppel steht. Aber jetzt im Winter bewegen sich die Pferde da eben auch nicht viel. Sie laufen einmal raus und dann stehen sie da rum, spielen vielleicht ein bisschen (zerstören Halfter und Decken) und dann laufen sie wieder rein. Da kann man jetzt nicht davon sprechen, dass sie aktiv sind. Einen Mega-Schub in Sachen Bewegung hat uns die die Physio-Behandlung von Michelle letzte Woche gebracht, denn da war so einiges zu tun und das hat ihm echt geholfen!! Jetzt gehts also bergauf!

Und über Teddy muss ich auch noch ein paar Zeilen schreiben, denn der wird ja echt zum kleinen Dressur-Crack. Da macht das Dressurreiten sogar Spaß 😀 So unstet wie er momentan im Springen läuft, umso mehr verbessert er sich in der Dressur-Arbeit! Zum einen kriegen wir ihn so langsam zum Traben – nicht mehr dieses kleine Nähmaschinchen, sondern mit Schwung und reinem Takt, sodass ich manchmal schon Schwierigkeiten habe, ihn auszusitzen. Und seine Aufrichtung wird auch immer besser. Manchmal frage ich mich, was ich da die letzten Jahre eigentlich veranstaltet habe – ich habe draufgesessen und mich bemüht, aber richtig geritten hab ich ja scheinbar nicht. Ich kann ihn erst jetzt so richtig anpacken und damit auch fordern. Das hat bei Teddy ja immer seine Grenzen, weil er schnell darüber entscheidet, dass er jetzt zu wenig zu sagen hat, aber im Moment lässt er mich recht viel bestimmen (in der Dressur.. im Springen steht das noch auf einem ganz anderen Blatt)! Heute zum Beispiel haben wir zum ersten Mal bewusst Wechsel geritten und dann gleich 3 Stück auf der Diagonalen. Das macht er mal eben so und springt sie sauber durch! Einige denken jetzt vielleicht: Ja, das Pferd ist ja auch keine 5 mehr… aber das ist überhaupt nicht selbstverständlich und hab ich ihm auch so konkret nicht beigebracht. Ich freue mich wahnsinnig darüber, wie gut er mir mittlerweile zuhört und mitmacht. Und dann auch noch gut läuft, viel besser ans Gebiss ranzieht und so langsam auch ein Fortschritt in der Verstärkung erkennbar ist 🙂 Einen solchen Fortschritt wie im letzten halben Jahr hat das Pferd (seit es unterm Sattel ist) noch nie gemacht. Da kann ich nur sagen: Danke Kea (meine Trainerin und beste Freundin)! Diesen tollen Moment und den Fortschritt hab ich vor allem dir zu verdanken <3

So, meine Lieben! Ich kann nur sagen: Wenn Eure Pferde oder Ihr mal eine schlechte Phase habt: Immer weiter machen.. natürlich solltet ihr bewusst versuchen, die Ursachen zu finden, warum es nicht funktioniert, aber manchmal gibt es die auch einfach nicht. Denn wie man so schön sagt: Pferde sind auch nur Menschen und die haben ebenfalls ihre Hochs und Tiefs. Ich hoffe sehr, dass wir Alanis Tief jetzt überwunden haben und es weiter so bergauf geht wie heute.

Bis bald 🙂

Ein Kommentar bei „Licht am Ende des Tunnels“

  1. […] schrieb die liebe Juliane ironischerweise nur wenige Tage später in diesem Beitrag und haute damit genau in die gleiche Kerbe. Bei Bloggern ist alles rosarot und glücklich, gesunde […]

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