Kaltstart

Gronenberg/Scharbeutz!

Nach 4 Wochen wieder Turnier zu reiten, ist schon etwas komisch und man überlegt tatsächlich, was man nochmal alles braucht und ob man nicht die Hälfte vergessen hat.. Aber das hatte ich dann doch noch im Griff. Auch die Zeitplanung war eigentlich ganz gut – nur waren leider 2 Umleitungen auf dem Weg nach Scharbeutz und das kostete dann doch 20 min mehr..

Wir waren also 15:45 auf dem Platz angekommen.. 16:30 sollte die erste Prüfung losgehen. Ich hatte Teddy und Nessi dabei, hatte auf dem Weg schon Startbereitschaft erklärt, sie waren eingeflochten, die Kopfnummern waren vorbereitet und ich lief kurz rüber zur Meldestelle, um die Startlisten anzuschauen. Und was seh ich auf dem großen Display? „Nächste Prüfung Stil A** 16:00“ Ich denke mir so.. naja, vielleicht ja ein Fehler. An der Meldestelle hing die Startliste. Erster Starter mit Nessi, 18. mit Teddy. Schnell in die Meldestelle und gefragt: „Habt ihr das ne halbe Stunde vorgezogen?“, die Antwort nur: „Ja, haben wir.“, na ihr seid ja witzig !! Der Parcours war fertig zur Besichtigung. Ich hab kurz überlegt, ob ichs einfach lasse.. aber irgendwie packte mich dann der Reiz. In 3min hatte ich mir den Parcours schnell angeguckt, dann sprintete ich wieder zum Anhänger. Mama hatte Nessi bereits runtergeholt und geputzt. Ich zu ihr: „Schnell, Nessi muss leider einen Kaltstart machen“, Prüfung beginnt in 10min, ich bin erster Starter. Also Sattel und Trense raus, ich musste noch die Bluse überziehen, Stiefel an und rauf. Als ich drüben war, ertönte schon die Startmusik.. ich trabte an, galoppierte an, machte einen Steil und einen Oxer, wie sie da standen.. also nicht unbedingt zum Lösen, aber es nutzte ja nichts, ich hatte ja eh keine Zeit mehr. Ich dachte nur, jetzt kommts auf dich an, kleine Nessi. Schauen wir mal 😉

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Beim Reinreiten war Nessi sehr verwirrt, aber dafür ruhig. Der Parcours war dann ok. Ich fand natürlich keinen Rythmus, verzuppelte mich leider ein bisschen, sodass Nessi noch extremer abfußte und einmal hab ich die falsche Lücke zwischen den Sprüngen genommen zur 7. Das war dann etwas schräg. Aber Nessi machte das wirklich fantastisch. Die kleine Maus gab alles und kam sogar fehlerfei hinten an. Ich bekam dann noch eine 7,2. Hört sich jetzt ganz gut an, aber damit war man letztlich sehr weit weg vom Geschehen (platziert wurde ab 7,7), aber ganz ehrlich.. ich kann froh sein, dass sie da drin überhaupt gesprungen ist. Und soooo brav. Ja, das war mal ein Kaltstart, sowas hab ich auch noch nie erlebt.

Für Teddy war ja dann auch nicht viel Zeit. Nessi also nach der Runde gleich wieder fertig und auf den Anhänger. Teddy fertig, mit etwas Druck, weil man hörte, dass die Starter wirklich flott liefen. Als ich dann rüberkam zum Abreiten, hatte ich noch 6 Pferde. Auch nicht wahnsinnig viel Zeit. Naja, aber immernoch besser als nur 1 Minute 😀 Teddy lief ganz gut los, war aber bisschen maddelig. Ich weiß nicht, wie ich das sonst beschreiben soll, etwas faul und luschig sprang er dann auch. Im Parcours war das leider nicht viel besser. Brav – dann noch ein zu niedrig anlegtes Grundtempo – und vielleicht auch hier und da etwas zu viel festgehalten – das funktioniert bei Teddy eben garnicht. Am Ende 3 Fehler.. bei einer Grundnote von 6,8. Naja, das war wohl ein Satz mit X. Es fällt mir doch schwer, die beiden Pferde nacheinander zu reiten. Sie sind einfach wahnsinnig unterschiedlich in allem. Von der Ahnlehnung, über Triebigkeit und Ziehen zum Sprung bis zum Sprungaublauf selbst und die Kontrolle danach. So schnell stellt man sich dann eben nicht um.

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Die Entscheidung, das L auch noch zu reiten, war sehr schnell gefällt, denn erstens war die Prüfung direkt im Anschluss – diese haben sie auch eine halbe Stunde vorgezogen – und zweitens hatten beide Pferde eine zweite Runde „verdient“. Nessi, weil ich nochmal ordentlich abreiten wollte, und Teddy, weil er sich doch nochmal anstrengen sollte. Beim Abgehen hatte ich auch ein gutes Gefühl, denn das L war regulär aufgebaut, nicht zu schwer.. es war ja Nessis erstes L.

Teddy war zuerst (Mama hatte das an der Meldestelle noch schnell getauscht, weil ich nicht vorhatte, noch 2mal umzusatteln), der war ja schon warm und ich versuchte nun, ein bisschen Gang in die Kiste zu bringen, damit er seine kleinen Beinchen mal hebt. Garnicht so leicht bei dem Gartenzwerg, der dann sofort sauer wird, wenn man mehr will 😉 Aber hat anscheinend was gebracht. Er sprang viel viel besser als im ersten Springen. Wir hatten leider trotzdem 2 Fehler, einer war seiner (naja, war etwas dicht, ein Galoppsprung zu viel) und einer war meiner. Da war ich überrascht, dass er noch losgesprungen ist, weil ich zu der Kombination an der langen Seite soooo dicht kam, das war eigentlich schon kaum noch machbar. Aber da war er brav, nahm aber die vorderste Stange mit. Mit dem L war ich dann ganz zufrieden von seiner Seite (nicht von meiner Leistung!), er war brav und hat sich auch bemüht.

Dann kam nochmal Nessi. Sie war etwas fest in der Hand und scheinbar sauer von der Aktion da vorher. Kann ich auch verstehen, war ja nicht so gentlemanlike, aber kann halt auch mal sein und ist ja nicht so, dass ich das dauernd mache. Aber beim Abreiten entspannte sie sich zusehends. Nur als die Sprünge draußen etwas höher wurden (ich meine, es war ja L, dann muss ich draußen ja auch ein bisschen so abreiten), wurde sie wieder doller und übersprang sich immer mehr. Ist ja bei ihr öfter so, wenn die Sprünge höher werden. Dann ging es los als vorletzter Starter. Zum ersten Sprung hatte ich eigentlich einen guten Rythmus, minimal dicht, und dann zum zweiten (schräge Linie) verzuppelte ich mich wieder.. und noch einen und noch einen und noch einen. Dann konnte sie halt auch nicht mehr abspringen und zog die Bremse. Aber wie gesagt, absolut meine Schuld und „am Springen gehindert“, echt mal 🙁 sowas doofes. Im zweiten Anlauf dann rüber, immernoch dicht, aber diesmal noch machbar. Und dann zog sie brav durch den ganzen Parcours. An einigen Sprüngen hatte ich das Gefühl, ich segel ab, weil sie so in die Luft gegangen ist. Und insgesamt hatte ich auch hier zu wenig Grundtempo. Ergebnis irgendwie wieder 7,2 oder so mit Abzug für Fehler und Zeit.. keine Ahnung.

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Insgesamt kann man nur sagen: Wir sind noch nicht wieder in Form 😉 Nessi war spitzenklasse, das Pferd ist wirklich toll, die muss man nur reiten können ^^ Teddy ist ausbaufähig, der hätte im L aber auch ne gute Runde gedreht, wenn der Jockey besser gewesen wäre. Und ich? Joa.. Ich ärgere mich schon sehr über mich, weil ich ja auch weiß, dass ich es besser kann. Aber gut? Übung macht halt den Meister und davon hatten wir in den letzten Wochen ja nicht so viel, das muss sich jetzt erst wieder zurechtruckeln.

Zu dem Turnier: Also, es ist ein liebevolles kleines ländliches Turnier mit schönen hohen Wertnoten (L wurde mit 8,8 gewonnen), der Hauptplatz auf Sand ist gut bereitbar (Wendungen und Ecken sind etwas tief, aber noch ok), der Abreiteplatz ist schwierig (kurzes Gras, Sandgemisch), weil er in einer großen Senke ist, das heißt, man reitet immer nur von oben nach unten wieder nach oben, die Sprünge schräg an undso.. das macht es schwer, die Pferde ordentlich zu gymnastizieren und gut an den Sprung zu kommen. Und insgesamt fand ich es etwas hektisch, aber das lag daran, dass wir knapp ankamen. Ich finde es ja besser, sie machen flott, haben schnell umgebaut, machen gleich die Platzierung als diese Turniere, wo sie ne halbe Stunde brauchen, um umzubauen. Bei Regen würde ich nicht hinfahren, weil dann der Boden auf dem Abreiteplatz sofort Schmierseife wird und dann ist es glaube ich extrem schwierig.

Heute bin ich ja nochmal da, mit Alani und will L und vielleicht auch M reiten. Mal schauen, ob ich meine Nerven mal im Griff behalte und das mit Alani etwas besser mache 😉 Ich werde berichten!

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