Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

Indoor-Gelände-Lehrgang bei Julia Mestern, 21.-22.Januar

Puh, das war echt ein anstrengendes Wochenende. Aber auch super. Und man ist doch echt immer froh, wenn alles so klappt, wie man sich das vorgenommen hat… Aber von vorne: am Samstag ging es mit den beiden Jungs los Richtung Scharbeutz zur Anlage „Rohlsdorfer Beek“ von Julia Mestern. Ich war um 12 und um 2 dran.

Das blöde: Teddy sollte beide Tage zuerst und das ist immer etwas schwierig, weil Alani nicht alleine auf dem Anhänger stehen bleibt, wenn der andere runter geht.. Zumindest versucht er dann teilweise, den Hänger auseinander zu nehmen und das nervt und stresst einen innerlich total 🙁 also mussten wir uns irgendwas ausdenken, was wir mit ihm solange machen. Ich wollte ja auch gerne, dass Mama Fotos macht, d.h. Sie konnte ihn auch nicht die ganze Zeit an der Backe haben ^^ eine Box war leider nicht frei (das wäre die einfachste Lösung gewesen). Aber wir konnten ihn dann auf ein Paddock stellen!

Beim ersten Blick in die Halle war ich ziemlich beeindruckt. Alles stand voller Hindernisse und die Halle war normal groß, d.h. es war ganz schön voll. Wenn ich jetzt so zähle, waren es sicher 12-14 einzelne Hindernisse. Viel buntes, unterschiedlich, Ecken, schmal – also sehr viel zu gucken und sicher sehr viel Rittigkeit gefragt. Und ich auch noch als erstes mit Ted 😂😂😂 na, mal sehen, wie der Kleine sich anstellt.


Fertiggemacht, warm geritten und los gings. Teddy glotzte sich wirklich einen ab.. Die ersten Sprünge waren aber überraschend gut. Er nahm sich ein Herz. Dann wurde es schwieriger. In der Mitte der Halle war ein Wassergraben aufgebaut, mit kurzer Hecke außenrum, aber in der Mitte richtiges Wasser mit Quietsche-Enten 😉 den sollten wir natürlich erstmal einzeln springen. Ted wollte hin, weil er dachte, es ist ja nur eine kleine Hecke und erschreckte sich dann ganz schön, als er das Wasser drin sah.. Ich stellte ihn nach einem Stop dann erstmal daneben, um ihn sehen zu lassen, wie andere da ganz entspannt rüber springen. Das hat er dann auch verstanden und sprang beim nächsten Versuch.. Dann wurde es noch eine Stufe schwerer und wir sollten die Hecke davor und dahinter mit einbauen. Ich dachte, naja, er ist jetzt 2x rüber, das wird schon gehen, hatte also nicht mehr so 100% den Sicherheitssitz. Ted ist aber manchmal ein kleines fieses Wiesel. Er sprang über die Hecke, zog weiter und stoppte dann doch vor dem Graben.. Das ging so schnell, dass ich erstmal abgeschmiert bin! Wunderbar 🙂 Erste Stunde bei Julia Mestern und runtergeflogen 😉 naja, nichts passiert, wieder rauf auf den kleinen Teufel. Beim zweiten Versuch klappt es dann. Ich blieb dann vom Sitz etwas pessimistischer und schon ging es den Rest der Stunde besser. Er guckte sich zwar einige Dinge immernoch mal an, aber daran sieht man einfach, dass auch ein Pferd, das nicht mehr so jung ist, immer weiter lernen muss und unterschiedliche Sprünge sehen muss – los los los, das wird helfen. Ich glaube zumindest noch daran. Wenn er es einmal kapiert hat, macht er ja auch gut mit. Es ist nur unfassbar anstrengend, immer so auf der Hut zu sein und auf jede Kleinigkeit zu achten.

Der gefürchtete Wassergraben!

Dann Alani. Erstmal hab ich einen zweiten Versuch mit meinem neuen Vorderzeug unternommen. Wer mir auf Instagram folgt, hat es vielleicht mitbekommen, dass ich mir ein neues Vorderzeug gekauft habe, dass ich im ersten Versuch falsch angebaut habe 😀 es hing zu tief. Aber ich musste mir dann was ausdenken, wie ich es anders verschnallen kann, damit es höher sitzt und das hat gut funktioniert 😉 Man lernt halt nie aus.

Auch Alani hat nicht schlecht gestaunt, als er in die Halle kam. Aber ist allgemein ja einfach nicht so eine Glotzkugel wie Ted. In der Gruppe fingen wir generell ein bisschen flotter an, mit mehr Linien und der Schwierigkeitsgrad war etwas höher. Alani machte super mit, er war echt super motiviert und machte einen tollen Job. Auch schräge Hecken und Linien, die über 3 Sprünge auf gerader Linie standen, aber eigentlich alle schräg anzureiten waren, war kein Problem. Für Neumünster hat mich das sehr zuversichtlich gestimmt, weil er immer mitmacht. Selbst wenn ich nur bei 80% hinreite und denke „na, ob das noch geht?“, dann schmeißt er die restlichen Prozent dazu und Zack – geht :))

Das war also der erste Tag. Ich war gespannt, was wir wohl am zweiten machen werden und wie das noch gesteigert werden sollte. Die Pferde waren wirklich zufrieden und geschafft, genau wie ich.

Am zweiten Tag war ich überrascht, dass sich der Parcours doch ein bisschen verändert hatte. Sie hatten ein paar Sprünge umgestellt, sodass sich nochmal andere Linien ergaben. Dadurch wurde es zwischenzeitlich echt schwierig, überhaupt noch irgendwo durch zu reiten ohne zu springen 😉 Zum zweiten Tag wird es auch ein Video geben! Mama hat da ganz fleißig gefilmt.. Obwohl ich gespannt bin, ob man überhaupt sieht, worüber ich gerade springe..

Wieder war Teddy zuerst und ich blieb generell ein bisschen weiter hinten.. Wie hat Julia das ausgedrückt?

„Ihm Zeit lassen, aber dabei dominant bleiben“

Das hat auch wirklich gut funktioniert.. Nur als Führpferd taugt Teddy ja leider garnicht. Ich sollte einmal für jemand anderes vorweg und Julia hatte den Sprung verändert, seitdem ich das erste Mal darüber bin. Das hat Teddy natürlich gleich gemerkt und blieb erstmal stehen 🙈 zuuuu gruselig. Über den Wassergraben sprang er aber brav. Und auch sonst war er motiviert, mit kleinen Einschränkungen ^^ Aber auch, wenn er mal stand, war ich insgesamt zufrieden mit ihm, er hat sich immer überzeugen lassen und sich auch ein Herz genommen bei Sprüngen, die wir tags zuvor noch garnicht gesprungen waren.

Alani war ein bisschen gnatschig, das macht es mir in der Halle voller Hindernisse nicht unbedingt leicht. Er war einfach ein bisschen unwirsch, schlug ab und an mit dem Kopf und wollte zunächst nicht so richtig zuhören. Am Bein war er nicht so gut wie Samstag, manchmal verharrte er so in seinem „Schluffi“-Galopp und dann wurde es ganz schön groß zum Sprung. Und es war echt schwierig, ihn um die teils doch sehr engen und kurzen Wendungen zu kriegen. Er hat im Moment ja ein bisschen Probleme, in engen Wendungen oder Volten den Galopp zu halten.. Da springt er häufig hinten Wechsel und dadurch verlieren wir den Takt. Das hatte er an dem Tag auch echt oft. Bei Annika das Wochenende vorher konnte ich ihn dann richtig zurückholen, damit versammeln und das Problem so lösen, aber das geht beim Springen schwer, weil wir dann nicht mehr genug Tempo haben bzw. es einfach zu ruhig wird, um noch ordentlich zum Sprung zu kommen. Insgesamt waren es sehr anspruchsvolle Linien mit schrägen Hecken, Schatztruhen, Gräben. Und vor allem kam nach einer Linie gleich die nächste. Auch an diesem Tag war also höchste Konzentration verlangt. Die Sprünge waren weniger das Problem, als alle Linien zu treffen 😉

Noch ein paar Worte zu Julias Unterricht: Sie war immer ruhig, aber bestimmt. Sie blieb bei den unmöglichsten Dingen freundlich und ließ jeden auch nochmal wiederholen, wenn er nicht aufgepasst hatte oder einen anderen Weg einschlug. Sie achtete auch auf Kleinigkeiten wie die Geraderichtung der Pferde und dass man den Takt am Bein bzw. an der Wade erhält und nicht am Sporen. Ich hab jede Menge aus dem Lehrgang mitgenommen für die Saison. Indoor Training bringt echt eine Menge!

Ich freue mich jetzt jedenfalls umso mehr auf das Training bei Detlef Peper in Negernbötel mit allen Teilnehmern der Indoor in Neumünster. Da kann ich nach den beiden super Trainingseinheiten schon etwas „entspannter“ rangehen :))

10 Kommentare bei „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“

  1. Hey Juliane!
    Ich finde es immer toll, Beiträge von Reitern aus dem Norden zu lesen, zudem sind deine Pferde und du einfach sympathisch! 🙂
    Freue mich auf mehr von euch.

    1. Hi Johanna!
      Vielen vielen Dank ;)) das freut mich sehr zu hören! Wo kommst du denn her? LG, juliane

      1. Ich bin aus Kiel 🙂 War auch bei euch auf der Anlage zum Turnier, vielleicht sehe ich euch dort ja beim nächsten Mal…
        Ganz liebe Grüße!

        1. Ah, cool, hab deinen Bericht dazu gelesen! Kommst du nach Neumünster zur Indoor? 16.2. 18:30?? 🙈😁💪

          1. Eventuell arbeite ich dann dort im Parcoursdienst, ansonsten komme ich zum Gucken 😀 Drücke euch natürlich die Daumen 🙂

          2. Oh wie cool !!!

  2. Hi Juliane,
    dein Ted erinnert mich so wahnsinnig an meinen Caboom, der sich auch immer einen abglotzt. Nächste Woche fahren wir zu unserem ersten VS Lehrgang, mal schauen wie oft ich den Boden sehen werde 😀
    Mach weiter so und warte nicht so lang mit dem Video 😉 Sehr schöner Blog!

    1. Hi Tina! Dankeschön!! Na, dann wünsche ich dir viel Glück bei deinem Lehrgang und schnall dich gut an 💪
      Ich geb mir Mühe mit dem Video.. aber arbeiten muss man ja leider auch noch 😉

  3. Hey, ich wollte dir einfach mal sagen das du und all deine Pferde ein klasse Team seit! Auch wenn es mal nicht so klappt bleibst du Ruhig und Verständnisvoll gegenüber deinen Pferden. Ein wirkliches Hut ab. Und ich gebe zu das du mir nachdem ich dich jetzt aktiv Verfolge die Motivation gibst auch Turniere zu gehen, ich hab eine Hannoveraner Stute selbst ausgebildet und Sie geht jetzt Dressur Mäßig ca A und Springen tut Sie wie der Teufel in Person 😁 danke dir ganz Herzlich dafür. Ich hoffe du erreichst deine Ziele in der Turniersaison 2017, aber wie ich immer gerne Sage: Never Change a Running System ☺

  4. […] Hier also (endlich!) das Video vom zweiten Tag bei Julia Mestern 🙂 Falls Ihr den Bericht zum Lehrgang noch nicht gelesen habt, findet ihr ihn hier. […]

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