Eine lange Fahrt und andere Vorkommnisse…

Tag 2 – Die Fahrt

Heute gibt es nur einen kurzen Bericht und keine Bilder. Es ist 23:00 und ich bin todmüde von dem langen Tag. Auf meiner FB-Seite habe ich ein Fotoalbum angelegt, in dem es Schnappschüsse und Impressionen zu sehen gibt 😉

Angefangen hat er Tag mit dem letzten Dressurtraining zuhause. Alani war recht locker, gut zu reiten, nur das Viereck verkleinern will nicht so richtig klappen. Aber wir haben es dann auch gut sein lassen und nicht provoziert. Der letzte Tag vorm Turnier ist für mich immer ein „Gut-Stimmung-machen“-Training. Die Pferde sollen mit einem guten Gefühl abschließen. Das hat auf jeden Fall geklappt.

Danach gings ans Packen.. das war schon Packen 2.0 – mit Säcken voller Heu, eingestreutem Hänger, Gabel, Klappschubkarre, etc. Alles nicht unbedingt Dinge, die man für ein normales Turnier einpacken würde. Aber wir hatten eine gut vorbereitete Check-Liste! Dann also los – fast im Timing 10:15.

Das Navi zeigt dann 16:33 an. Es war mir klar, dass wir das nicht schaffen würden. Kurz vor Berlin kamen wir in den ersten Stau und das Navi war nach kurzer Zeit dann vollends verwirrt, es wurden verschiedenste Wege angeboten, mal stand die Ziel-Uhr auf 19:00, mal wieder auf 17:30. Also wirklich ein Hin und Her. Da wir quer durch Berlin mussten (oder es bis zu diesem Zeitpunkt auf jeden Fall nicht besser wussten), war auch das natürlich ein Stau-Garant. Die Berliner Stadt-Autobahnen sind ja nunmal immer voll. So ähnlich wie die A7 in Hamburg. Als wir endlich Berlin hinter und ließen, war es eine Last weniger. Dann noch Richtung Cottbus und 150km vorm Ziel kam die polnische Grenze. Bis dahin war die Laune soweit gut und wir hatten den Großteil der Reise ja geschafft. Ja, wie ihr es vielleicht erahnen könnt, änderte sich das dann, denn pünktlich ab der polnischen Grenze war die Straße quasi nicht mehr befahrbar. Eine Autobahn aus der Vorkriegszeit, vielleicht noch älter, und ca. 300mal geflickt an den verschiedensten Stellen – schlimmer als jede Panzerstraße. Alani wurde ordentlich durchgeruckelt und die LKWs rauschten mit einem Affenzahn an uns vorbei. Die hatten vermutlich auch nicht so kostbare Fracht. Meine Mutter und ich hatten mehrmals die Überlegung, wie wir jetzt weitermachen, denn die Verhältnisse waren wirklich schrecklich. Nur Umdrehen war ja auch keine Option. Also tapfer sein und mit 40km/h da lang tuckern und nicht aufhören zu hoffen, dass es irgendwann besser wird. 80 KM !!! später war dann die Erlösung und der Asphalt wurde normal. Das ist echt zum Abgewöhnen.

Bis Strzegom war es dann nicht mehr weit und als wir nach 9 Stunden Fahrt ankamen (19:00!!), wurden wir sofort begrüßt, das Pferd wurde mit Pass kurz gecheckt und uns wurde mitgeteilt, wo und in welchem Stallzelt wir stehen. Das war auch ganz gut, denn in der Masse an Stallzelten blickt ja keiner durch.. ein Wahnsinn. Mama fand dann recht schnell auch die passende Box – gut zu merken, weil Ingrids Schrank relativ weit vorne in der Stallgasse steht. Futter, Wasser, Heu, Hänger einparken und dann erstmal ab ins Hotel, damit wir noch den Schlüssel kriegen.

Wir geben die Hotel Adresse ein.. 15km weg. Bei HRS und auch von offizieller Seite wurde angegeben, dass es ganz nah wäre, ca. 5km. Oh man.. naja, das macht nun ja auch nichts mehr bei der Fahrerei heute.. Also los. Kurz den Schlüssel abgeholt und wieder zurück zum Pferd. Mittlerweile war es auch schon 20:45. Im Infoblatt von Strzegom stand, dass es im „Riders Restaurant“ bis 21:00 was zu essen gibt. Daher sind wir dann schnell Richtung Turnierplatz, haben gesucht.. alles leer, nirgendswo irgendwas zu sehen.. Naja, wahrscheinlich auch zu doof 😀 😀 😀 Die Essenszeit war dann ja auch eh vorbei.

Alani war nochmal an der Reihe. Ich hab ihn rausgenommen zum Führen und ein bisschen Grasen. Er konnte sich die Beine vertreten nach der langen Fahrt. Er ist ja wirklich ein Goldschatz, ganz brav, hat gefressen und getrunken.. ist ein bisschen aufgeregt, hat seine Nerven aber voll unter Kontrolle. Da gibts andere Pferde im Stallzelt, die kurz vorm Nervenkoller sind… und ich bin wieder einmal beeindruckt von Alanis (stoischer) Art, echt mit allem umgehen zu können!

Nachdem dann im Stall alles fertig war und ich auch nochmal über den Dressursattel geputzt hatte – damit ich morgen mal halbwegs vernünftig sitzen kann – gingen wir noch auf die Suche nach was zu essen. Auch das scheiterte fast.. Das erste Restaurant, das wir fanden, war menschenleer und wir trauten uns auch nicht wirklich rein, der McDonalds an der Ecke hatte schon zu, wie auch fast alles andere, was uns auf unserem Weg begegnete. Anscheinend werden in Polen um 21:00 die Bürgersteige hochgeklappt ^^ Dann fanden wir eine Tankstelle. Der Mann sprach kein einziges Wort Englisch, aber wir konnten auf den Schaukasten zeigen und so wenigstens noch 2 warme Panini ergattern. Erleichtert – mit was zu essen in der Hand – dann zurück Richtung Hotel. Als wir ankamen, war das Tor zu und ein Schloss hinh davor. Ein Schild besagte, dass das Tor wohl nur bis 22:00 offen ist 🙁 Das hatte uns beim Abholen des Schlüssels natürlich keiner gesagt. Die Nummer, die auf dem Schild stand, war auch nicht mehr besetzt. Meine Mutter geriet schon leicht in Panik. Und dann kam ein Mann an das Tor, der uns auf Polnisch zutextete. Auch als ich ihm auf Englisch sagte, dass wir kein Wort verstehen, redete er auf Polnisch weiter.. also wieder einer, der kein einziges Wort Englisch sprach.

Ich kam dann aber auf die Idee, ihm den Schlüssel zu zeigen. HAHA – da verstand er es, ließ uns reinfahren und Ende der Geschichte.

Man man man – was für ein Anreisetag. Vielleicht morgen mal nicht ganz so viele „Fettnäpfchen“ 😀

Schreibe einen Kommentar