Ein paar interessante Statistik Fakten vorab

In Zusammenarbeit mit Vielseitigkeitssport Deutschland

Inzwischen steht die Entry-Liste der Pferde und Reiter für die Weltreiterspiele in Tryon. Uns sind beim Durchgucken ein paar interessante Punkte aufgefallen:

Nationen?

Insgesamt sind 23 Nationen am Start. 16 davon bilden Teams aus 3-5 Reitern (Deutschland, USA, England, Schweden, Italien, Frankreich, Neuseeland, Australien, Niederlande, Japan, Brasilien, Belgien, Schweiz, Irland, Kanada, Spanien) und 8 gehen als Einzelreiter an den Start, weil es in diesen Ländern keine 3 qualifizierten Reiter gibt (Finnland, Norwegen, Polen, Südafrika, China, Equador, Mexico).

4* Debüt?

Die Erfolgschancen der Mannschaften kann man nicht wirklich an den Erfahrungen der Pferde auf 4*-Niveau festmachen, da relativ viele Pferde (36 von insgesamt 83 Pferden) in Tryon ihr 4* Debüt geben werden.

Alter der Pferde?

Die meisten Pferde sind zwischen 10-16 Jahre alt. Von den für dieses Level noch ganz jungen Pferden gehen 6 an den Start:

Mit dabei unsere 2 deutschen Starter Mad von Sandra und Corrida von Dibo, aber auch Vassily de Lassos von Andrew Hoy und das Pferd von Astier Nicholas sind erst 9 Jahre alt (bei den Einzelreitern Südafrika und China) und geben damit ihr 4* Debüt. 2 Pferde (Wega von Sarah Algotson-Ostholt (SWE) und Harry Belafonte von Alice Naber-Lozeman (NL) sind schon 17 Jahre alt.

Vorbereitung der Pferde

Alle Pferde müssen entsprechende Qualifikationen vorweisen, d.h. mind 2mal in CIC/CCI 3* Prüfungen ein MER Ergebnis . Die meisten sind in diesem Jahr 2-4mal Drei-Sterne-Prüfungen gelaufen.

Ob man allerdings bereits 8 (!) Drei-Sterne Prüfungen in 2018 einschließlich Burghley 4* letzte Woche wie „Stinger“ von Ludwig Svennerstal (SWE) in den Beinen haben muß, scheint doch etwas fraglich (Burghley nicht beendet).

Herkunft?

Obwohl Andrew Nicholsen nicht selbst mit am Start ist, weil er vor einigen Jahren Differenzen mit dem Neuseeländischen Verband hatte und seitdem nicht mehr im Championatskader ist, ist eins seiner Pferde am Start: „Byrnesgrove First Diamond“ für das italienische Team unter Stefano Brecciaroli.

Auch ein Pferd von Claas Romeike, den Sohn des Doppel-Olympiasiegers von 2008, wird mit dabei sein: Meyers Happy unter Nicholas Wettstein für Equador.

Die unglaubliche Chris Bartle Referenz

Nachdem Chris Bartle in den vergangenen Jahren zusammen mit Hans Melzer das deutsche Team zu großartigen Erfolgen geführt hat, macht er dies nun mit dem britischen Team. Bei den britischen Reitern kann er sozusagen aus dem Vollen schöpfen und könnte nach eigenen Aussagen sogar 2 Mannschaften für Tryon stellen.

3 Starter im Team?

Belgien und die Schweiz gehen unter schweren Bedingungen an den Start; es starten jeweils nur 3 Reiter im Team. Das heißt also, es gibt kein Streichergebnis und sobald einer ausfällt, ist das ganze Team geplatzt.

Modus Olympia 2020?

Der neue Modus mit nur 3 Startern pro Team und Wertungen trotz Ausfall wird erst bei Olympia 2020 in Tokio zum Tragen kommen. Getestet wurde er bereits in Strzegom dieses Jahr.

Erfahrungen?

Ob sich langjährigen Erfahrung der Pferde auszahlt, wird sich zeigen. Sowohl die Briten als auch die USA, Kanada und Irland gehen komplett mit 5 Pferden an den Start, die alle schon 4* Erfahrungen haben.

Wer wird gewinnen?

Eine Prognose ist sehr schwierig. Alle Teams hatten Verluste im Vorwege. Dennoch sieht das neuseeländische Team (Price Ehepaar mit drei 4*-Siegen in diesem Jahr, Mark Todd und Blyth Tait) erfolgsversprechend aus, ähnlich wie die Australier (Chris Burton, der schnellste Vielseitigkeitsreiter der Welt, Shane Rose und Andrew Hoy) und die Briten, obwohl die Nummer 1 der Welt (Oliver Townend) nicht am Start sein wird. Die USA wollen sicher auf eigenem Grund und Boden auch nach vorne reiten. Und die Schweden haben ein Team, das man ebenfalls nicht unterschätzen sollte. Somit ist für die deutsche Mannschaft ordentlich Konkurrenz geboten, das wird keine einfache Nummer – da brauchen sie vielleicht all unsere Daumen aus Deutschland!

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