Der Jockey ist schuld

Lentföhrden – TAG 2

Willkommen zum zweiten Tagesbericht! Ich befürchte, ich kann nicht versprechen, dass es ein kurzer Text wird, denn es war doch so einiges los am zweiten Turniertag. Los ging es sehr viel früher als am Freitag, denn Prüfung 1 (A**-Zeitspringen) startete bereits um 9. Aber da wir ja nirgendwohin fahren mussten, war es doch noch eine ganz humane Zeit. Bei dem Nebel wäre ich allerdings auch nicht losgefahren, wenn ich woanders genannt hätte.. so war es mein Glück.

nebel

Ich wusste von gestern abend bereits, dass Nessi 3.Starter und Teddy 37.Starter war. Genug Zeit also zwischendurch, um Teddy erst nach Nessi in Ruhe fertigzumachen und abzureiten. Kein Stress. Für Nessi wurde die Zeit etwas knapp (man verquatscht sich ja dann doch mal hier, mal da, dann noch die Zöpfe bei Alani und Teddy vom Freitag rausmachen, dann noch Pferde rausbringen, etc.), aber war alles noch im Rahmen. Das Abreiten war etwas schwierig, da es draußen ja so kalt war, dass man auf dem großen Platz nur Schritt reiten konnte. Immerhin etwas, aber dadurch war die Abreitehalle immer voll (obwohl wir schon auf max. 10 Pferde achteten). Mit Nessi ist das dann nich so einfach, sie bleibt zwar ruhig (also wird nicht hektisch oder wild oder tritt), aber nach dem Sprung muss ich sie immer direkt abwenden und dann ist sie im Kreuzgalopp, verhaspelt sich schnell, etc. Und den richtigen Galopp kriege ich da natürlich auch nicht geritten.

Der Parcours lief ganz gut, ich hab leider hier und da nicht so gut den Rythmus gehalten und war recht unzufrieden mit meiner Leistung. Nessi war spitze und sprang wie immer phänomenal, daher waren wir Null. Da ich ja immermal noch einen Galoppsprung mehr geritten bin, war unsere Zeit zwar nicht eine der schnellsten, aber immernoch ganz gut, weil Nessi ja einen ordentlichen Galopp hat.

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Dann gings mit Teddy los. Ich hatte genügend Zeit, Schritt zu reiten, was für Teddy ja immer wichtig ist. Und auch sonst hatte ich ein gutes Gefühl. Er war gut drauf, ließ sich anfassen und gleichzeitig voll motiviert. Im Parcours dann versuchte ich den kurzen Weg zu nehmen, merkte aber schnell, dass Teddy ein bisschen Probleme mit dem Boden in den Wendungen hatte.. sodass uns da die Zeit wieder verloren ging. Und dann wieder das Problem mit dem Jockey 😀 Wie bei Nessi hatte ich so meine Schwierigkeiten mit dem Vorwärts-Rythmus.. naja, und Teddy ist dann eben nicht gaaaaanz so engagiert wie die kleine Nessi. Ein Fehler war das Ergebnis, aber was solls.. er hatte eine gute Zeit (war sogar noch eine Sekunde schneller als Nessi), aber mit dem Fehler irrelevant.

Aber Nessi war noch als 6.platziert in der ersten Abteilung !! Die Siegerehrung durfte dann der Ted übernehmen. Auf dem musste ich eh sitzen bleiben, denn er war 10.Starter im L (Nessi dann erst 41., sodass auch da genügend Zeit war).

Hui, das L war ganz schön ordentlich aufgebaut. Die Linien waren gut zu reiten, aber die Sprünge schon zu springen.. Beim Abreiten sprang Teddy sooo gut, vor allem bei den Oxern machte er richtig auf und das freute mich und ich war guter Dinge. Aber drinnen machte ich mir wohl ein bisschen zu viel Druck. Auf jeden Fall teilten Ted und ich uns das ganz kamerdschaftlich auf: Die ersten 3 Sprünge waren gut angeritten, da trat er 2 um o.O und danach geriet ich aus dem Rythmus und zirkelte einen Galoppsprung zu viel vor die Sprünge, sodass es auch in den Linien dann nicht mehr passte :/ Bei den Sprüngen strengte er sich dann aber an.. naja, also das Zusammenspiel sollten wir wohl noch ein bisschen üben.

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Nach dem Ritt war ich etwas gefrustet. Nicht, weil ich unbedingt platziert und vorne dabei sein sollte (ich meine, ja, vielleicht ein bisschen.. wer will nicht vorne dabei sein?), sondern vor allem, weil ich im Parcours die Nerven nicht richtig beeinander hatte und weil ich weiß, dass ichs eigentlich besser kann. Aber dank meiner Mum (die mich gehörig mal wieder auf den Boden der Tatsachen holte) beruhigte ich mich wieder und machte Nessi fürs L fertig.

Die Stute sprang draußen echt gut, ich mache garnicht mehr sooo viele Sprünge, denn je höher es wird, desto mehr springt sie und ich will auch nicht, dass sie sich dann so verbraucht. Außerdem machte sie einen guten Eindruck und war auch vom Rythmus besser als vorher. Als ich rüber zur Prüfungshalle ritt, rief ich mir nochmal ins Gedächtnis, einfach locker durchzureiten, Hand vorne lassen und einfach weiterreiten 🙂

Gesagt, getan und tatsächlich umgesetzt 😀 Das war vielleicht eine Hammer Runde. Nessis zweiter L-Parcours und sie geht das ganz easy an. Sprung 1 und 2 kam super. Sie sprang schon über den zweiten Oxer so toll, dass ich danach erstmal die Zügel wieder einsammeln musste. Zu 3 musste ich etwas zurücknehmen, aber es hat dann gut gepasst. Zu 4ab kam ich auch passend – trotz Kreuzgalopp in der Wendung und dann den Umsprung in den Außengalopp 😀 Und dann flog sie in die Kombi rein – ein Wahnsinn – aber sie blieb ruhig und kam mit einem normalen Galoppsprung auch wieder raus. Zu 5 konnte ich gut durch die Wendung reiten und kam auch gut hin.. nur die 6 Galoppsprünge am Kopf passten dann zu 6 nicht mehr sooo richtig gut hin. Der letzte Galoppsprung musste aber rein, weil auf riesengroß bei dem Oxer wollte ich sie auch nicht losjagen. So war das etwas dicht, aber machbar und Nessi flog los. Dann kam noch 7 und 8. Auch da behielt ich die Nerven und Nessi überlegt bei dem letzten Oxer noch kurz.. das war aber die einzige Unsicherheit, die ich bei der Stute bemerkte. Dafür, dass sie auf dem Niveau echt völlig unerfahren ist mit ihren 7 Jahren. Ich blieb also Null und war soooooo zufrieden!!! Leider war es ja nicht unbedingt nach vorne angelegt (geht auch einfach noch nicht), daher bin ich 2 aus der Platzierung rausgerutscht.. aber EGAL 🙂

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Sooo.. 4 Starts geschafft. Nun kam der letzte Streich: Alanis M-Springen. Ich war 11. Starter und hatte vorher noch ein kleines Interview mit dem Hamburger Abendblatt (bin mal gespannt, wann der Artikel kommt und was da so drinsteht 🙂 – ich lass es Euch wissen) und dann zum Abgehen.. ich fand das zwar ordentlich aufgebaut, ist halt ein M, aber hatte das Gefühl, dass es sich gut reiten ließ. Nur bei 2 Linien war ich mir unsicher. In der Innenbahn waren das bei mir 23m beim Abgehen. Vom Maßband aber scheinbar 24,50.. also 5 Galoppsprünge, aber vielleicht etwas Außenbahn, das muss man dann schauen..

Beim Abreiten war Alani toll. Fühlte sich super an und sprang von Anfang an so viel besser als am Freitag. Da war ich schonmal froh. Trotzdem machte ich einige Sprünge mehr, damit er wirklich ganz warm wird. War ja auch seine erste Prüfung an dem Tag. Dann ging es rüber. Mit gutem Galopp und vor mir startete ich.. 1,2 gut und dann von 2 auf 3 war diese erste gebogene Linie und ich kam scheinbar etwas auf die Innenbahn und der letzte Galoppsprung war nicht ganz durch, da fiel am Oxer leider die Stange. Auf dem Level hab ich dann auch einfach zu wenig Routine, um das besser zu managen. Aber der Rest war echt ordentlich – 4 auf 5 war eine ähnliche Runde und zu 5 wurde es dicht, aber ich hatte ihn etwas besser am Band, 6 auf 7 war super easy. Zu 8ab kam Alani einmal etwas sehr zurück aufgrund meiner Hilfe, aber ging noch gut.. und dann zu 9 waren es eigentlich wieder 5 Galoppsprünge am Kopf, da hatte ich dann irgendwie keinen Bock mehr, nochmal zurück zu reiten und bin mit 4 nach vorne, das wurde zwar etwas weit, aber blieb liegen. Auch mit der Runde war ich toootal zufrieden! Dafür, dass ich dieses Jahr nicht so viel M geritten habe und Alani vor ein paar Wochen ja wegen deinem Husten ausgefallen ist, sind wir doch wieder ganz gut auf der Höhe <3

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Das war dann also das letzte Turnier 2016. Wiedermal um einige Erfahrungen reicher weiß ich, woran ich arbeiten muss und hab jetzt ein bisschen Zeit, da in Ruhe ran zu gehen. Ich hoffe, der Bericht hat Euch gefallen und war nicht gar zu lang 😀 Die Bilder sind nur ausm Video. Ich hoffe, es gibt bald noch ein paar „richtige“ Fotos vom Turnier.

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